Sabbateln mit Friedel und Horst

Sunday, December 31, 2006

Argentinien 28. - 31.12.





Von Feuerland ging es dieselbe Strecke zurueck wie auf der Herfahrt mit Ueberquerung der Magellanstrasse in Punta Delgada bei starker Stroemung. Die Faehre musste richtig treideln beim Anlanden auf dem noerdlichen Ufer. Danach ging es nochmals ueber die chilenisch/argentinische Grenze nach Cerro Castillo, 500 m nach der Grenze, wo wir auf demselben Platz uebernachteten. In dem Lokal, wo wir Friedels Geburtstag feierten, gab es wieder ein feines Essen, diesmal Gefluegel. Abends gab es heftigen Regen, danach war es windstill - fuer Patagonien ungewoehnlich. Das bedeutete aber, dass am naechsten Morgen um halb sechs Uhr Eis auf den Tischgarnituren war. Die Sonne ging waehrend des Fruehstuecks auf, auch etwas besonderes! Wir fuhren schon um halb sieben weg, da wir 500 km vor uns hatten, davon drei Stunden auf patagonischer Piste. Abends um 20.00 Uhr waren wir erst am Campìngplatz, jetzt wieder in Argentinien, ziemlich erschoepft. Unterwegs sahen wir viel Gegend und Guanakos, Nandus, Steppengras...
Der naechste Tag bot trotz einer langen Fahrstrecke einen Hoehepunkt: Einen versteinerten Wald in der Naehe von Fitz Roy. Durch Vulkanausbrueche und die ca. 20m hohe Lavaschicht + Konservierung durch Regenwasser und Kieselsaeure (Osmose) kann man heute die Baeume fast naturgetreu bewundern, aber versteinert. Die Landschaft hat uns an Teile des Colorado Plateau erinnert, es sah aus wie eine riesige Kiesgrube.
Heute mussten wir nicht so lange im Bus ausharren, bereits zur Mittagszeit waren wir am Ziel der Tagesetappe, Camarones am Atlantik. Dort haben wir am Nachmittag eine Pinguinkolonie angeschaut. Putzig, wie die Magellanpinguine durch die Gegend watscheln und ihre Hoehlen bewachen, und das zwischen Guanakos und Nandus, die sich ebenfalls an der Kueste aufhalten. Sie haben gerade Junge, die noch ihr Samtfell tragen und gefuettert werden muessen. All dies konnten wir aus naechster Naehe betrachten, dazu noch mit dem Fernglas eine Seeloewenkolonie auf einer vorgelagerten Insel. Als wir zurueckkamen, waren bereits drei Laemmer fuer den Asado am Abend geschlachtet und sie hingen zum Braten am Spiess am offenen Feuer. So werden wir Silvester feiern, doch das neue Jahr werden wir wohl im Bett erleben, denn wir muessen um halb sechs aufstehen - als Tourist hat man es eben streng!

Wednesday, December 27, 2006

Argentinien 26. - 27.12.


Endlich sind wir am suedlichsten Zipfel Suedamerikas angekommen. Wir sind in Ushuaia, einer wunderschoen zwischen Bergen und am Beaglekanal gelegenen Stadt. Sie ist Ausgangspunkt fuer Antarktisexpeditionen und auch hier in der Gegend sind viele Trekker unterwegs. Die Infrastruktur ist hervorragend und an verschiedenen Dingen merken wir, dass wir wieder in Argentinien sind. Das Warenangebot ist sehr gut, die Internetverbindungen auch, die Leute lassen sich ueberhaupt nicht aus der Ruhe bringen... Heute sind wir auf einem Katamaran auf den Beaglekanal hinausgefahren bei herrlichem, warmem Wetter und bei fantastischer Sicht. Wir fuhren zu verschiedenen Felseninseln und sahen einige Kolonien von Felsen -und Koenigskormoranen, ausserdem Seeloewen mit ihren Jungen. Das Schiff fuhr ganz nahe ran, dass wir tolle Aufnahmen machen konnten. Am Abend gab es wieder gegrilltes Fleisch auf argentinische Art - hervorragend! Ab jetzt geht es wieder nach Norden, weiter suedlich geht nicht!

Tuesday, December 26, 2006

Chile - Paine Nationalpark 22. - 26.12.




Von Calafate ging es nach Chile zurueck, in den Paine Nationalpark. Er ist beruehmt fuer seine Berge, die Torres del Paine (Paine ist der Fluss, der das Gletscherwasser abfuehrt). Bei der Ankunft regnete es heftig und es war sehr kalt. Wir dachten, wir seien zurueck im Winter. Abends kam dann rechtzeitig zum Abendessen die Sonne heraus und es wurde ertraeglicher. Am naechsten Tag war schoenes Wetter und man konnte die Cuernos der Torres (Hoerner) hervorragend sehen. Den Tag hatten wir zum Wandern zur Verfuegung und wir wanderten zu einem Wasserfall, den Salto Grande, der den Uebergang von einem Gletschersee zum naechsten bildet. Ausserdem stiegen wir noch zu einem Aussichtspunkt oberhalb des Campingplatzes hoch, von dem wir einen wunderschoenen Blick auf die Torres del Paine und die Seenwelt hatten. Oben trafen wir ein Lichtensteiner Paerchen, das ebenfalls seit Wochen unterwegs ist und schon in Buenos Aires war. Sie gaben uns wertvolle Tipps fuer den Aufenthalt dort. Auf dem Campingplatz traf am selben Tag eine Gruppe deutscher Wohnmobilisten in ca. 6 Wohnmobilen ein, die fuenf Monate auf Rundreise in Suedamerika sind, aber auch mit Reiseleiter und vorgeplanter Route.
Von dem Nationalpark ging es dann an Heiligabend wieder durch endlos wirkende patagonische Steppe nach Punta Arenas, das an der Magellanstrasse liegt. Abends gingen wir zusammen in ein Restaurant in der Stadt, das Buffetessen anbot und feierten so Heiligabend. Die Unterkunft befand sich in einem Hostal mit dem Namen "Fin del Mundo" (Ende der Welt) und die Gegend heisst "Ultima Esperanza" (Letzte Hoffnung). An der Magellanstrasse entlang ging es dann nach Punta Delgado, wo wir mit der Faehre die See ueberquerten und danach bis San Sebastián in Tierra del Fuego (Feuerland) weiterfuhren. 500 Meter vor der argentinischen Grenze uebernachteten wir in einer ehemaligen Estancia (Farm), die zu einem Motel umfunktioniert ist und wo der fruehere Farmer jetzt Koch und Chef ist. Rotel Tours spendierte ein Weihnachtsmenue, das aus Lammfleisch und Kartoffelbrei bestand und sehr gut schmeckte. Als Aperitif gab es einen "Pisco Sour" - einen chilenischen Grappa mit Limonensaft und Eiweiss verruehrt. Wir steuerten den Rotwein bei, um Friedels Geburtstag zu feiern.
Gegen Morgen musste ich mal raus um Wasser zu lassen. Es blies ein derartig heftiger Sturm, dass ich die Windrichtung beachten musste, damit ich nicht zu Schaden kam, denn der Strahl ging waagrecht nach vorne weg. So macht man eben Urerfahrungen in jeder Beziehung.
Bei der Abfahrt nahmen wir einen amerikanischen Biker mit, der in Río Grande auf der argentinischen Seite sein Hinterrad reparieren lassen wollte. Er war in zweieinhalb Monaten von Alaska bis Feuerland gefahren und wollte jetzt eigentlich nur noch so schnell wie moeglich nach Hause. In Kolumbien haetten sie eine Strafe zahlen sollen, da angeblich eine Plakette fehlte. Ein chilenischer Motorradfahrer liess sich aber nicht einschuechtern und drohte an, ihn bei der naechsten Dienststelle zu melden. Nach kurzem Ueberlegen liess er sie dann weiterfahren. Der Amerikaner sagte, dass er gezahlt haette, denn ohne Spanischkenntnisse haette er keine Chance gehabt.
Nun sind wir in der suedlichsten Stadt der Welt angekommen, Ushuaia. Nach der Grenzueberquerung sind wir wieder in Argentinien und die Fahrt ging erst durch die Steppe, dann in die Auslaeufer der Anden hinein, die hier noch etwa 1000 Meter hoch sind. Die Landschaft ist total anders, es gibt Suedbuchenwaelder und sogar Skigebiete im Winter. Der Biber ist heimisch und faellt Baeume, die die Fluesse aufstauen und deshalb fuer Aerger sorgen. In der Naehe von der Stadt uebernachten wir auf einem Campingplatz beim Rugbyclub, Friedel und ich werden aber heute abend privat in aller Ruhe den Geburtstag nachfeiern. Ausserdem wollten wir telefonieren und euch alle wieder informieren, denn die Internetverbindung hier ist gut.

Thursday, December 21, 2006

Argentinien 19. - 21.12.




In El Chalten machten wir am Morgen noch eine zweistuendige Wanderung in die Anden - endlich einmal laenger gehen duerfen! Wir hatten eine wunderschoene Aussicht auf die Berge und auf ein Flusstal, Produkt eines Gletschers. Hier ist der Ausgangspunkt fuer viele junge Trekker und Bergsteiger, die auch mehrere Tage unterwegs sind. El Chalten waechst daher jedes Jahr betraechtlich, wie uns unser Reiseleiter erzaehlte. Allerdings war es trotz Sommers kuehl und das Wetter hier ist sehr, sehr wechselhaft.
Im Moment geht die Sonne etwa kurz nach 22.00 Uhr unter und um 6.30 Uhr auf. Von El Chalten fuhren wir wieder durch die patagonische Hochebene, vorbei an tuerkisfarbenen Fluessen und Seen. Die Berglandschaft ist gepraegt durch die Erosion und die Pflanzenwelt ist dem Wind und Wetter angepasst. Keine Baeume, ausser manchmal in Flusstaelern und zum Schutz der Estancias (Farmen).
Unser naechstes Ziel war El Calafate, auch ein aufstrebender Touristenort mit Flugpatz, vielen Geschaeften, Restaurants und der Sommerresidenz des Praesidenten Nestor Kirchner. Von hier aus besucht man den Parque Nacional de los Glaciares, die zahlreichen Andengletscher der Umgebung. Am Mittwoch fuhren wir mit dem Bus zum Perito Moreno, einem Gletscher, den man von einem Fusspfad aus bestaunen und dessen Kalben man von dort aus beobachten kann. Dauernd hoert man es krachen wie bei uns in der Silvesternacht und grosse Eisbloecke stuerzen in den Lago Argentino, einem See, doppelt so gross wie der Bodensee.
Heute war der Hoehepunkt der Besichtigungstour der Gletscher: Mit einem Katamaran ging es in andere Arme des Lago Argentino und wir sahen vom Schiff aus Eisberge in den verschiedensten Blautoenen schwimmen. Wir fuhren unter zwei Abbrueche von Gletschern, dem Upsala Gletscher und dem Spegazzini Gletscher. Gekalbt haben sie nicht, doch der Anblick von unten bietet eine ganz andere Perspektive. In der Bahía Onelli legten wir an und marschierten im Hunderterpack von Touristen zu einem See, der von fuenf Gletschern gespeist wird! Zwei Maenner hatten wohl eine Wette gemacht und gingen in das 2-5 Grad kalte Wasser hinein. Auf der Fahrt zu diesen Attraktionen sass ein Japaner am Fenster, schlafend. Nur wenn eine Durchsage kam, wachte er auf und machte schnell ein Foto, um gleich wieder zu entschlummern.
Heute steht noch ein Asado auf dem Programm, d.h. es gibt Gegrilltes. Der argentinische Rotwein ist auch nicht von schlechten Eltern, ihr seht, wir lassen es uns immer noch gut gehen.

Monday, December 18, 2006

Argentinien 16. - 18.12.




Am Samstag, den 16.12.,fuhren wir ueber den Hauptkamm der Anden nach Osten, nachdem wir die Ruta 5 verlassen hatten. Bei einer armseligen argentinischen Grenzstation erledigten wir die Formalitaeten ohne Probleme. Begruesst wird man an der Grenze mit einem Schild: Las Malvinas son Argentinas. (Die Falklandinseln gehoeren zu Argentinien)
Schlagartig veraenderte sich das Wetter und die Landschaft, nachdem wir die Anden ueberquert hatten. Es hoerte auf zu regnen, die Berge verschwanden und wir fuhren ab sofort in der westpatagonischen Hochebene. Es wehte ein heftiger Wind, der die Angeln des Busses fast gesprengt haette. Die Fahrt ging weiter ueber "Piste", d.h. befestigte, unasphaltierte Landstrasse. Ausserdem seien die Argentinier nicht so gut im Strassenbau wie die Chilenen, wie uns unser Fuehrer erzaehlte, da sie keinen guten Unterbau machen wuerden und die Strassen deshalb laufend repariert werden muessen. Durch endlose Steppe ging es kilometerweit ohne einem Auto zu begegnen durch das einsame und karge Westpatagonien Richtung Sueden. Zwei Doerfer lagen z.B. 400 km auseinander. Dazwischen war nichts, nur vereinzelte Guanakoherden, fluechtende Nandus (der Vogel Strauss Patagoniens), halbwilde Pferdeherden, Schafe und manchmal Estancias, argentinische Farmen. Gestern, Sonntag, an meinem Geburtstag, besuchten wir die Hoehlen "Cuevas de las Manos" mit Hoehlenzeichnungen, die ueber 9000 Jahre alt sind. Man sieht hauptsaechlich die Negativform von linken Haenden. Die Farbe wurde mit dem Mund ueber die Haende geblasen. Sie stammen hauptsaechlich von Frauen und Kindern. Man hat drei verschiedene Herstellungsphasen festgestellt, d.h. die Jagd - und Tierszenen aendern sich in der Darstellung und in der Farbgebung. Die Zeichnungen befinden sich unter Felsueberhaengen, vergleichbar mit den Indianerpueblos in Mesa Verde, Arizona. Inzwischen sind die "Hoehlen" Weltkulturerbe und werden besonders geschuetzt, d.h. man darf nur noch mit maximal 20 Leuten und mit Fuehrer in den Canyon hinunterlaufen. Am Abend, nach stundenlanger Fahrt auf der schnurgeraden Piste, machten wir Rast bei den Unterkuenften von Bauarbeitern, weil es sonst nichts an menschlicher Behausung gab. Duschen, Toiletten etc. gab es nicht und wir sassen im Freien unter einer Zeltplane beim Abendessen. So feierten wir meinen Geburtstag noch nie! Heute sind wir aber im Ort Chaltén am Andenrand und da gibt es Restaurants, deshalb werden wir die Geburtstagsfeier hier nachholen. Vielen Dank fuer die vielen Geburtstagswuensche! Ich habe mich sehr gefreut, kann aber nicht jedem antworten, da die Zeit nicht reicht.

Friday, December 15, 2006

Chile 12.12. - 15.12.



Leider konnten wir nur eine Nacht auf der Insel Chiloé bleiben, da wir die Faehre am naechsten Tag nach Chaitén nehmen mussten und andere wegen Reparatur nicht zur Verfuegung standen. So sahen wir nicht die koloniale Hinterlassenschaft der Deutschen auf der Insel und auch nicht das Museum dazu. Doch auf dieser Reise muss immer wieder improvisiert werden, denn der Reiseleiter kann nicht das Wetter und die Verkehrsverhaeltnisse vorherbestimmen. Also ging es am 12.12. von Ancud mit der Faehre nach Angelmo/Puerto Montt zurueck und von dort ging es nachmittags um 13.00 Uhr mit einer kleinen Autofaehre auf die 11 Stunden lange Fahrt nach Chaitén. Anfangs war die Fahrt noch ganz ruhig, doch als sich der Meeresarm verbreiterte, wurde die See wilder und einige wurden seekrank, darunter Friedel. Dadurch, dass es lange hell ist hier unten im Sueden, konnten wir uns in einer windstillen Ecke auf dem Schiff auf einer Bank aufhalten, denn im Aufenthaltsraum stank es fuerchterlich. Die Wellen verhinderten, dass das Abwasser des WCs abfliessen konnte. Schliesslich zogen wir uns wegen der Kaelte in den Bus zurueck und da war es viel ruhiger und der Magen von Friedel beruhigte sich wieder etwas. Um Mitternacht kamen wir in Chaitén an, fuhren auf den Campingplatz, bauten das Rotel auf und legten uns schlafen.
Wir befinden uns jetzt im Norden von Patagonien auf chilenischer Seite und wir fuhren
in den letzten Tagen durch kaum erschlossene Andentaeler, aber auf einer sehr gut befestigten Piste. Die Siedlungen bzw. Hoefe sind aus Holz erbaut und haben alle noch Holzfeuerung. Man widmet sich hier der Viehzucht, so sehen wir unterwegs immer Rinder, Kuehe, Schafe und Pferde. Einen "Huaso" (= chilenischen Gaucho) trafen wir unterwegs, der auf dem Weg zu seinen Rindern auf der Weide war. Hier gibt es keine Strasse ausser der Carretera Austral (die suedliche Strasse) und die wenigen Autos, die man sieht, sind praktisch alles Gelandefahrzeuge. Auch unser Bus hat einen Vierradantrieb, ansonsten waere diese Tour nicht zu machen. Die letzten Tage hat es immer wieder geregnet, wobei es gestern besonders schlimm war. Auf einem schlechten Teil der Piste beschaedigte ein Stein die Luftleitung, die unser Fahrer in der Mittagspause reparierte. Danach verhedderte sich ein kleiner Felsbrocken im Zwillingsreifen, der unter viel Kraftaufwand mit dem Hammer entfernt werden musste. Dies hatte zur Folge, dass nach Ankunft auf dem Campingplatz der Reifen gewechselt werden musste. Ludwig, unser Fahrer, kochte danach auch noch Spaghetti, und das Essen war abends um halb acht Uhr fertig.
Die Landschaftseindruecke sind unglaublich. Immer wieder sind tolle Flusslaeufe zu sehen, ideal zum Wildwasserfahren. Von den Bergen stuerzen Wasserfaelle herunter und auf den Berghoehen sieht man die vom ewigen Eis vergletscherten Haenge. Heute sahen wir das Wasser aus einer Gletscherzunge herunterstuerzen, dazu stieg ueberall der Nebel hoch - gespenstisch! Da wir uns im andinischen Sommer befinden, bluehen am Wegrand und auf den Bergwiesen ueberall die Lupinen, Ginster, Fingerhut, Margriten, eine sehr schoene Farbenpracht. Nur schade, dass es nicht zu regnen aufhoeren will.
Die Carretera Austral wird teilweise ausgebaut, sodass es immer wieder zu Wartezeiten kommt. Heute trafen wir den Bauleiter, einen Deutschen, der seit 1948 in Chile lebt und immer noch perfekt deutsch spricht. Hier leben viele deutschsprachige Siedler, die ihre Traditionen pflegen (auch Taenze, wie wir gehoert haben.).
Doch die Landschaftserlebnisse sind nicht die einzigen Eindruecke, die wir mitnehmen. Dazu gehoeren die endlos langen Busfahrten, die das Kreuz lahm machen, die sehr einfachen bis einfachen Uebernachtungsmoeglichkeiten, die Positionskaempfe beim Abendessen und Fruehstueck (Donaufahrt laesst gruessen!), obwohl es Erwachsene sind. Die Begegnungen mit Leuten aus ganz Deutschland sind aber auch interessant, da immer wieder nette Gespraeche stattfinden. Friedel hat herausgefunden, dass eine Klassenkameradin ihres Bruders hinter uns im Bus sitzt (Karin Kohlberg, Lehrerstochter). Eine mitfahrende ehemalige Psychologin hat festgestellt, dass sich in der Gruppe fuenf Alkoholiker/innen befinden, bis jetzt noch kontrolliert. So laeuft gruppendynamisch nateurlich einiges ab. An die engen Schlafkabinen haben wir uns gewoehnt, es ist aehnlich wie im VW Bus.
Heute erzaehlte unser Guide etwas ueber lateinamerikanische Literatur, von der er ganz begeistert ist. Wenn er keine Reisen leitet, arbeitet er als Bildhauer zuhause in Deutschland. Er wuerde gerne mal eine Ausstellung in Biberach oder in der Naehe machen, vielleicht ergibt sich was.
Da in den letzten Tagen keine Moeglichkeit war, ins Internet zu gelangen, ist dieser Eintrag etwas laenger geworden. Wir sind gespannt, wie in naechster Zeit der Zugriff auf das Internet moeglich sein wird.

Monday, December 11, 2006

Chile 11.12.




Gerade haben wir gehoert, dass Pinochet am Tag der Menschenrechte gestorben ist. Wir waren auf der Insel Chiloé gestern abend und bekamen nichts mit. Am Morgen besuchten wir die Stromschnellen von Petrohué, die wirklich beeindruckend sind und sich unterhalb eines Vulkans befinden, der leider in den Wolken steckte. Danach ging es nach Puerto Montt und zu seinem Hafen Angelmo. Dort legten wir eine Mittagspause ein zum Bummeln und Mittagessen. Beim Verlassen des Hafens waren wir die grosse Attraktion, denn unser Bus kam nicht um die Kurve, wo wir eigentlich wenden wollten. Doch da bewies unser Fahrer Ludwig sein Profikoennen und fuhr rueckwaerts aus der Zone heraus. Mit Beifall bedacht von uns und den zahlreichen chilenischen Beobachtern. Mit der Faehre ging es rueber nach Chiloé, begleitet von zahlreichen Seehunden und Pelikanen. Dort uebernachteten wir auf einem netten und sehr familiaeren Campingplatz, etwa 200 Meter vom Pazifikstrand entfernt. Abends kochte die Familie einen feinen Lachs mit Kartoffeln und Gemuese. Dazu gab es wie immer einen chilenischen Wein. Da wir in einer Blockhuette sassen, war der ideale Moment gekommen, die ersten Taenze anzubieten. Wir besorgten einen CD-Player und wir tanzten mit einigen Teilnehmern der Fahrt zwei serbische Taenze und hatten viel Spass dabei. Das Wetter wird langsam unbestaendig und ab jetzt muessen wir mit "erhoehter Luftfeuchtigkeit" rechnen. Ueberhaupt kommen wir uns oft vor wie auf der Donaufahrt, vor allem beim Fruehstueck. Die Weckzeiten sind aehnlich und die Unruhe waehrend der Nacht auch. Danach ist sicher Erholung angesagt!

Sunday, December 10, 2006

Chile 9./10.12.




Rotel Tour ist etwas ganz besonderes: Der Fahrer Ludwig ist zugleich Koch und bereitet Abendessen und Fruehstueck zu. Bei Ankunft an einem neuen Patz muessen die Maenner erst einmal das Rotel aufbauen, d.h. den Anhaenger mit den Schlafkabinen, die Frauen helfen beim Gemueseschneiden etc. (Maenner duerfen auch mitmachen!) Tischgarnituren werden ausgeraeumt und jeder schaut nach seinem Geschirrbeutelchen, damit er dann auch essen kann. Die Ubernachtungsplaetze sind ganz unterschiedlicher Art: Campingplaetze, angemietete Cabañas (Huetten), wo man sich die Duschen teilt... Unser Guide Manfred ist sehr gut informiert und hat schoene Geschichten auf Lager. So zum Beispiel gestern, als er uns erklaerte, was "Onces Alemanas" bedeutet. Die Deutschen Siedler liebten es, nachmittags ein Vesper zu sich zu nehmen. Dabei konnte man sich schon einmal einen Schnaps erlauben. Dieser heisst auf Spanisch aguardiente und hat 11 Buchstaben. Deshalb sagten sie etwas verschluesselt "Una once, por favor".
Unsere Fahrt ging bisher hauptsaechlich auf der Panamericana, der Ruta 5, nach Sueden. Das Gebiet wurde ab 1851 von deutschen Siedlern erschlossen. Sie bekamen einen Ochsenkarren, eine Kuh und Werkzeug von der chilenischen Regierung. Damit hatten sie zwei Jahre Zeit, ein Haus zu bauen und das zugeteilte Land urbar zu machen. Die Parzellen waren bis 3000 ha gross, auch heute gibt es hier deshalb grosse Grundstuecke. Man sieht viele deutsche Namen in den Orten und auf Strassenschildern. Kuchen heisst hier auf Spanisch Kuchen und es gibt auch Apelstrudel.Gestern uebernachteten wir in Villarrica, mit Blick auf den gleichnamigen Vulkan. Abends sahen wir den Rauch herauskommen und er lag ganz frei in der herrlichen Abendsonne. Friedel und ich badeten im See bei ca. knapp 20 Grad. In den Ortschaften gibt es nette Fischmaerkte, in Valdivia schnappten Seeloewen nach Fischresten beim Filetieren der Fische im Hafen. Viele Andenkenlaeden bieten Strick - und Holzsachen an. Leider haben wir keinen Platz mehr im Koffer. Gestern abend gab es eine chilenische Parillada im Restaurant des Campingplatzes und es hat ausgezeichnet geschmeckt. Der Rot-u.Weisswein hier ist hervorragend!

Friday, December 08, 2006

Chile 6. - 8.12



Seit gestern sind wir mit dem rollenden Hotel unterwegs und erregen ueberall Aufmerksamkeit mit unserem ueber 23 m langen Gefaehrt. Die erste Nacht haben wir ueberstanden im Doppelsarg, trotz Schnarchern allenthalben. Das Fenster kann man oeffnen, immerhin hat man frische Luft. Wir sind im 3. Stock, vor Einbrechern sind wir also relativ sicher. Turnuebungen taeglich sind inbegriffen. Die Teilnehmer der Fahrt machen einen netten Eindruck, fast die Haelfte sind Maenner und wir noch lange nicht die Juengsten! Wir sind jetzt in Temuco und haben dort Mittagspause gemacht. Diese nutzten wir, um ein paar Andenken zu kaufen und Mittag zu essen. Jetzt muessen wir aber los, da wir mit einer deutschen Reisegruppe unterwegs sind und puenktlich sein muessen.Unterwegs sahen wir das Verkehrsschild rechts, da koennten wir in Deutschland doch noch was lernen!

Wednesday, December 06, 2006

Santiago de Chile 4. / 5.12




Am Montag fuhren wir mit der Zahnradbahn (Funicular) auf den heiligen Berg Santiagos, den Cerro San Cristóbal. Von oben hat man einen ausgezeichneten Blick auf die Stadt. Gekroent wird der Berg von einer riesigen, weissen Statue der unbefleckten Maria (Imaculada). In der Markthalle assen wir nochmals zu Mittag und wir wurden von einem deutschen Kellner bedient, der in Rottweil auf der Berufsschule war. Er erzaehlte uns von der Rivalitaet zwischen den Kellnern und wir bekamen es gleich mit, denn ein Kollege wollte ihm Gaeste abspenstig machen.
Am Dienstag besuchten wir das Stadthaus Pablo Nerudas, "La Chascona". Er nannte es deshalb so, weil seine Geliebte und spaetere Frau Matilde lockige Haare hatte. Auch dieses Haus ist einem Schiffsinneren nachempfunden und mit vielen Sammelobjekten ausgestattet wie in Isla Negra. Die Urkunde fuer den Nobelpreis ist hier auch zu sehen. Ausserdem sind viele Bilder von befreundeten Malern ausgestellt, die sie ihm schenkten. So von Diego Rivera und Siqueiros aus Mexiko. Nach seinem Tode, kurz nach dem Militaerputsch, wurde vieles im Haus zerstoert, aber seine Frau Matilde hat spaeter Einrichtungsgegenstaende aus einem Haus in Frankreich hierher gebracht. Unser Fuehrer war ein junger Literaturstudent, der sehr viel Ahnung hatte. Da wir die einzigen in der Fuehrung waren, konnten wir natuerlich viel nachfragen.
Die Stiftung Pablo Neruda verwaltet seinen Nachlass absolut professionell, ueberhaupt bemerkt man hier in Chile, dass sie wesentlich weiter sind in der Entwicklung als in Mexiko. Der Lebensstandard hat europaeisches Niveau, wie man an Strassen, Haeusern, Kleidung und Autos bemerkt.
Anschliessend fuhren wir ins Schwimmbad auf dem Cerro San Cristóbal und wir konnten in einem riesigen Schwimmbecken schwimmen (82m Laenge!). Am Nachmittag hat es im Moment um die 30 Grad und das an Nikolaus!

Monday, December 04, 2006

Santiago de Chile 2./3.12.



Am Samstag besuchten wir, kulturbeflissen wie wir sind, das Museo Nacional de Historia de Chile. Allerdings waren wir enttaeuscht, da die didaktische Aufbereitung sehr zu wuenschen liess. Lauter Portraits von irgendwelchen Nationalhelden und viel Text zum lesen - langweilig! Das 20. Jahrhundert war ueberhaupt nicht vorhanden, denn es wird gerade neu aufgebaut. Man kann ja hoffen! Pinochet ist im Krankenhaus, man hat den Eindruck, dass die biologische Loesung des Problems nahe ist.
Zum Mittagessen waren wir im Mercado Central, dem Fisch-, und Obstmarkt etc. von Santiago. Die Lokale bieten frischen Fisch an, und wir probierten einheimische, typische Gerichte. Es war unheimlich viel los, von den 6 Millionen Einwohnern waren wohl 3 Millionen unterwegs! Am Abend bummelten wir ueber den Huegel Santa Lucía, von dem man einen tollen Blick auf die Stadt und die schneebedeckten Anden hat. Wir sind am Ende des Fruehlings, die Kirschen und Erdbeeren sind reif, und das Wetter ist sehr angenehm. Abends ist es bis 21.00 Uhr hell, ganz anders als in der Karibik, als es schon um 18.00 Uhr dunkel wurde.
Am Sonntag besuchten wir mit einer Tour das Haus Pablo Nerudas in Isla Negra. Mit uns fuhren zwei Brasilianerinnen, ein franzoesisches Ehepaar und ein Deutscher, der Astronom ist und fuer drei Wochen abgestellt ist, um die Chilenen in der einheimischen Sternwarte zu beraten. Wir machten zuerst einen Stopp am Pazifik, in der Hoffnung, schwimmen zu koennen, aber es war viel zu kalt (10 Grad C). Auch im Hochsommer erreicht das Wasser nur etwa 15 Grad, fuer Friedel kein Land zum Urlaub machen! Das Haus Pablo Nerudas war aber ein Erlebnis! Es ist den Innenraeumen eines Schiffs nachempfunden und Neruda hat die Entwuerfe nach seinen Ideen gemacht. Es liegt auf Felsen ueber dem Meer und von seinem Bett aus hatte er einen wunderschoenen Blick auf das Meer. Kein Wunder, dass man da gut dichten kann! Ausserdem war er kein Kostveraechter, weder von Frauen, noch von gutem Essen, noch von Rotwein. Er war ein aussergewoehnlicher Sammler von Schiffsmodellen in Flaschen, Galleonsfiguren, Masken, Pfeifen, Glaesern, Schmetterlingen, Muscheln... Schon zu Lebzeiten war das Haus ein Museum und Neruda hatte viele Gaeste, die sicher einen schoenen Aufenthalt geniessen konnten, denn er hatte auch eine tolle Bar. Auf ihren Deckenbalken hat er die Namen der Freunde verewigt, die gestorben sind. Den Aperitif nahm man in einem kleinen Boot vor der Bar im Freien an Land und man trank so viel, bis alles von alleine geschwankt hat, erzaehlte die Fuehrerin.
Sein Grabmal befindet sich auf dem Grundstueck, mit Blick aufs Meer, nicht weit von der Bar. Seine Frau wurde spaeter auch dort bestattet.
Unsere Fuehrerin brachte uns dann zum Essen in ein typisches chilenisches Lokal, das auch von Einheimischen besucht war. Friedel ass Cazuela (Huehnereintopf in diesem Fall) und ich versuchte mich am Pastel de Choclo (ein Eintopf mit einer Art suessen Maispasta ueberbacken). Es war reichlich und gut. Einen Abfahrtstermin hatten wir keinen, denn wenn Deutsche dabei sind, gibt Vigdia, unsere Fuehrerin, keine Uhrzeit an, denn die Deutschen sind dann immer schon da und wollen sofort wieder weiter! Wir bekamen noch Gelegenheit, etwas von den Keramiksachen in diesem Toepferdorf (Pomaire) zu bewundern und zu kaufen, wovon wir Gebrauch gemacht haben, obwohl die Koffer eigentlich schon voll sind.

Friday, December 01, 2006

Santiago de Chile 1.12.



Wir sind nach langem Flug und 5 Stunden Wartezeit in San José, Costa Rica, gut in Santiago de Chile angekommen. Um drei Uhr morgens brachte uns ein Taxifahrer ins Hotel, nachdem das Abholen von Hotelseite nicht geklappt hat. Im Hotel Libertador mitten im Herzen der Stadt treffen wir am 6.12. die Gruppe von Rotel Tours, mit denen wir die Busreise nach Patagonien und Feuerland unternehmen werden. Heute waren wir nicht zu viel faehig, da der Flug doch sehr anstrengend war. Hier ist ein Rieseneinkaufsrummel vor Weihnachten und auf dem Plaza de Armas steht der groesste Christbaum, den wir je gesehen haben. Mit dem chilenischen Spanisch haben wir noch etwas Probleme, da sie sehr schnell reden und vieles weglassen. Andalusien laesst gruessen. Mit Internetzugang ist es auch hier ueberhaupt kein Problem, deshalb konnten wir die Bilder in den Blog stellen.