Sabbateln mit Friedel und Horst

Tuesday, December 26, 2006

Chile - Paine Nationalpark 22. - 26.12.




Von Calafate ging es nach Chile zurueck, in den Paine Nationalpark. Er ist beruehmt fuer seine Berge, die Torres del Paine (Paine ist der Fluss, der das Gletscherwasser abfuehrt). Bei der Ankunft regnete es heftig und es war sehr kalt. Wir dachten, wir seien zurueck im Winter. Abends kam dann rechtzeitig zum Abendessen die Sonne heraus und es wurde ertraeglicher. Am naechsten Tag war schoenes Wetter und man konnte die Cuernos der Torres (Hoerner) hervorragend sehen. Den Tag hatten wir zum Wandern zur Verfuegung und wir wanderten zu einem Wasserfall, den Salto Grande, der den Uebergang von einem Gletschersee zum naechsten bildet. Ausserdem stiegen wir noch zu einem Aussichtspunkt oberhalb des Campingplatzes hoch, von dem wir einen wunderschoenen Blick auf die Torres del Paine und die Seenwelt hatten. Oben trafen wir ein Lichtensteiner Paerchen, das ebenfalls seit Wochen unterwegs ist und schon in Buenos Aires war. Sie gaben uns wertvolle Tipps fuer den Aufenthalt dort. Auf dem Campingplatz traf am selben Tag eine Gruppe deutscher Wohnmobilisten in ca. 6 Wohnmobilen ein, die fuenf Monate auf Rundreise in Suedamerika sind, aber auch mit Reiseleiter und vorgeplanter Route.
Von dem Nationalpark ging es dann an Heiligabend wieder durch endlos wirkende patagonische Steppe nach Punta Arenas, das an der Magellanstrasse liegt. Abends gingen wir zusammen in ein Restaurant in der Stadt, das Buffetessen anbot und feierten so Heiligabend. Die Unterkunft befand sich in einem Hostal mit dem Namen "Fin del Mundo" (Ende der Welt) und die Gegend heisst "Ultima Esperanza" (Letzte Hoffnung). An der Magellanstrasse entlang ging es dann nach Punta Delgado, wo wir mit der Faehre die See ueberquerten und danach bis San Sebastián in Tierra del Fuego (Feuerland) weiterfuhren. 500 Meter vor der argentinischen Grenze uebernachteten wir in einer ehemaligen Estancia (Farm), die zu einem Motel umfunktioniert ist und wo der fruehere Farmer jetzt Koch und Chef ist. Rotel Tours spendierte ein Weihnachtsmenue, das aus Lammfleisch und Kartoffelbrei bestand und sehr gut schmeckte. Als Aperitif gab es einen "Pisco Sour" - einen chilenischen Grappa mit Limonensaft und Eiweiss verruehrt. Wir steuerten den Rotwein bei, um Friedels Geburtstag zu feiern.
Gegen Morgen musste ich mal raus um Wasser zu lassen. Es blies ein derartig heftiger Sturm, dass ich die Windrichtung beachten musste, damit ich nicht zu Schaden kam, denn der Strahl ging waagrecht nach vorne weg. So macht man eben Urerfahrungen in jeder Beziehung.
Bei der Abfahrt nahmen wir einen amerikanischen Biker mit, der in Río Grande auf der argentinischen Seite sein Hinterrad reparieren lassen wollte. Er war in zweieinhalb Monaten von Alaska bis Feuerland gefahren und wollte jetzt eigentlich nur noch so schnell wie moeglich nach Hause. In Kolumbien haetten sie eine Strafe zahlen sollen, da angeblich eine Plakette fehlte. Ein chilenischer Motorradfahrer liess sich aber nicht einschuechtern und drohte an, ihn bei der naechsten Dienststelle zu melden. Nach kurzem Ueberlegen liess er sie dann weiterfahren. Der Amerikaner sagte, dass er gezahlt haette, denn ohne Spanischkenntnisse haette er keine Chance gehabt.
Nun sind wir in der suedlichsten Stadt der Welt angekommen, Ushuaia. Nach der Grenzueberquerung sind wir wieder in Argentinien und die Fahrt ging erst durch die Steppe, dann in die Auslaeufer der Anden hinein, die hier noch etwa 1000 Meter hoch sind. Die Landschaft ist total anders, es gibt Suedbuchenwaelder und sogar Skigebiete im Winter. Der Biber ist heimisch und faellt Baeume, die die Fluesse aufstauen und deshalb fuer Aerger sorgen. In der Naehe von der Stadt uebernachten wir auf einem Campingplatz beim Rugbyclub, Friedel und ich werden aber heute abend privat in aller Ruhe den Geburtstag nachfeiern. Ausserdem wollten wir telefonieren und euch alle wieder informieren, denn die Internetverbindung hier ist gut.

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