Sabbateln mit Friedel und Horst

Friday, July 27, 2007

Tanzreise Insel Chios - Griechenland 28.06. - 12.07.








Wir hatten Glück, dass wir kurzfristig eine Tanzreise bei unserem wohl bekannten Tanzlehrer Kyriakos Chamalidis antreten konnten, denn diese Reise nahm er kurzfristig in sein Programm auf und deshalb flogen wir von München aus am 28. Juli über Athen nach Chios vor der türkischen Küste. Untergebracht waren wir in einer Pension in Limnos Beach im Nordwesten der Insel. Das Programm sah vier Stunden Tanz pro Tag vor, außerdem Ausflüge auf der Insel, den Besuch einer Tanzdarbietung in der Inselhauptstadt und, was mir sehr entgegen kam, ein Kurs in Neugriechisch, gehalten von seiner Frau Asimina. Da Kyriakos ein sehr routinierter und ausgesprochen motivierender Tanzlehrer ist, machte uns der Aufenthalt auf der Insel sehr viel Spaß. Die Gruppe von 18 Teilnehmerinnen (ich war der einzige männliche Tänzer) war sehr angenehm und wir genossen es, mal wieder in griechische Lebensart einzutauchen. Die Ausflüge führten uns in den Süden der Insel, in das Anbaugebiet von Mastix, aus dem Arzneimittel, Kaugummi, Schnaps etc. hergestellt werden. Mastix gedeiht nur in diesem Teil der Insel und sonst nirgends auf der Welt. Außerdem besuchten wir bekannte Klöster, machten kleine Wanderungen und erkundeten eine Tropfsteinhöhle, dazu besuchten wir noch das Folkloremuseum und das archäologische Museum (ein Kleinod!) in der Hauptstadt Chios. Es war sehr heiß, bis über 35 Grad, doch wir konnten jeden Morgen vor dem Frühstück zum Schwimmen an eine sehr schön ruhig gelegene Bucht gehen und uns dort auch sonst tagsüber in der tanzfreien Zeit erholen. Im Griechischkurs lernten wir die wichtigsten Dinge für den Anfang und wir wurden von Asimina angehalten, dies gleich in der Taverne und in den Geschäften anzuwenden, was wir prompt mit mehr oder weniger Erfolg taten. Motiviert hat mich dies auf alle Fälle, später mal wieder mit dem Neugriechischen weiter zu machen, denn interessant ist das Kennenlernen dieser Sprache schon allein wegen der Auswirkung auf die anderen europäischen Sprachen, auch des Deutschen. Für unsere Tanzgruppe in Ummendorf haben wir genügend Material und tolle Musik für den im September wieder beginnenden Tanzkurs, worauf wir uns natürlich sehr freuen.

Donaukreuzfahrt Passau - Budapest - Passau 15.06. - 21.06.









Im Sabbatjahr wollten wir auch etwas mit meinen Eltern unternehmen, deshalb griffen wir zu, als in der Fernsehbeilage der Tageszeitung das Angebot einer Donaukreuzfahrt gemacht wurde und das zu einem günstigen Preis. Wir hatten zudem noch Glück, denn offensichtlich waren die Kabinen der niedrigsten Preisklasse überbucht, so dass wir ein "Upgrade" erhielten und dies bedeutete, dass wir eine Kabine im obersten Stock hatten mit Panoramafenster und einer ausgezeichneten Ausstattung. Wir waren ja etwas skeptisch, denn so eine Kreuzfahrt ist wohl eher etwas für ältere Semester, doch wir waren angenehm überrascht vom Programm und dem Service an Bord, vom Essen ganz zu schweigen! Die Fahrt begann in Passau mit dem Schiff MS Swiss Gloria, in Dienst gestellt im Jahre 2005 und im Besitz einer Schweizer Reederei - Schweizer Qualität eben! Das Schiff ist eines von ca. 130 Kreuzfahrtschiffen, die sich im Moment auf der Donau tummeln. Der Kapitän, von dem wir diese Auskunft erhielten, ist Holländer und kennt die Donau wie seine Westentasche, denn er befährt sie schon seit zig Jahren. Die Besatzung setzte sich hauptsächlich aus Bulgaren, Indonesiern, Deutschen und Ungarn zusammen und sie waren sehr darum bemüht, dass die Passagiere zufrieden gestellt wurden. Der Komfort an Bord ist der eines Fünfsterne Hotels und wie ich von der Rezeptionistin erfuhr, wird das Schiff im Winter als Hotelschiff in Binnenhäfen von Städten eingesetzt, wo Weihnachtsmärkte stattfinden (Köln, Nürnberg). Wir fuhren nach dem Ablegen um 15.30 Uhr in einer Nachtfahrt zunächst nach Wien, wo wir morgens um 9.00 Uhr bei der Reichsbrücke anlegen. Eine Stadtrundfahrt ist morgens angesagt, mit Führung beim Stefansdom und einem Besuch im Kunsthaus von Wien, vom Künstler Friedensreich Hundertwasser gestaltet. Abends, während des Abendessens, legen wir ab und in einer weiteren Nachtfahrt geht es nach Esztergom in Ungarn, wo wir am nächsten Morgen anlegen und die Ausflügler zum Donauknie von Bord lassen. Wir wollen die schöne Strecke und die Einfahrt in Budapest erleben und bleiben deshalb an Bord. 2003 war ich die Strecke schon mit dem Fahrrad und auf einer Zille gefahren, so dass ich von Bord aus Gelegenheit hatte, altbekannte Anlegestellen zu betrachten und viele Erinnerungen kamen mir wieder in den Sinn von unserer Donautanzfahrt. Kurz vor Mittag kommen wir bei heißem Wetter im schönen Budapest an und wir legen unterhalb der Freiheitsbrücke an, gegenüber vom Hotel Gellert, dessen berühmtes Bad wir am folgenden Tag besuchen und wir es uns in den warmen Bädern gut gehen lassen. Doch zunächst ist am Abend eine "Lichterfahrt" durch die Stadt angesagt - ein Ausflug auf den Gellertberg und den Burgberg mit der Fischerbastei. Am Tag darauf findet ein Ausflug in die Puszta statt mit Pferdevorführungen auf höchstem Niveau. Am Abend, nach einem kurzen Stadtbummel in der Hitze, gibt es ein tolles Abendessen bei Sonnenuntergang, danach werden wir von einer ungarischen Folkloregruppe unterhalten, die eine sehr anspruchsvolle Tanzshow darbietet, mit Livemusik! Als wir schließlich aus Budapest hinausfahren, ist es dunkel und wir sehen die Stadt mit dem beleuchteten Burgberg und der Kettenbrücke - zauberhaft! Auf dem Rückweg machen wir Station in Bratislava (Stadtbummel) und Dürnstein (Besteigung der Burg) und obwohl wir die Donau aufmerksam beobachten, sehen wir leider keine Donaufahrer des Wieland-Gymnasiums auf dem Weg nach Wien.
Meine Eltern und wir haben diese Fahrt sehr genossen und wir können es uns gut vorstellen, so etwas später nochmals zu machen, doch im nächsten Schuljahr werde ich erst einmal wieder mit den Schülern auf die Donau gehen und dabei die Strecke paddeln, was im Moment garantiert etwas erlebnisintensiver ist.

Saturday, May 05, 2007

Teil 2 Sabbatjahr




Nachdem wir aus Südamerika zurück sind, geniessen wir "Old Europe" und verbringen viel Zeit zuhause mit Nachbereiten der Reise. Zum Beispiel habe ich ein Fotobuch erstellt mit den Texten aus dem Blog zur Reise und den besten Fotos dazu. Außerdem waren wir in Augsburg, um uns die Fuggerstadt anzusehen und die Geschichte der Fugger ein wenig zu erforschen. Sie waren an der Erschließung des neuen Kontinents nicht unwesentlich beteiligt. Auf Wunsch unserer Tanzgruppe hielt ich einen Vortrag im Gemeindesaal der evangelischen Kirche, der mit über 40 Leuten gut besucht war und deren Spenden dem Kinderwerk Lima zugute kam. Zum Skifahren waren wir in Oberjoch im Allgäu im Haus Iseler direkt am Skihang, da ich dort schon als Student Skikurse gegeben habe und die Wirtsleute Rosi und Günther Egger immer noch das Haus bewirtschaften. Außerdem nutzten wir die Zeit nach den Fastnachtsferien um im Kaunertal auf dem Gletscher Ski zu fahren. In den Osterferien waren wir in der Provence mit Enkel Johannes "Little Joe" und seinen Eltern und übten uns als Opa und Oma, was gut funktioniert hat. Danach fuhren wir weiter nach Spanien an die Costa Brava und wandelten auf den Spuren Salvador Dalís in Cadaqués, wo wir sein Haus besuchten, in dem er bis zum Tod seiner Frau Gala gearbeitet hat, und das als Museum eingerichtet ist. Sein Museum in Figueres ist ein Knüller und wir beschlossen, es irgendwann nochmals zu besuchen. Wir hatten unsere Fahrräder dabei und unternahmen immer wieder Radtouren bei angenehmen Temperaturen in der herrlichen Frühlingszeit. Über Aix en Provence und den Lago Maggiore ging es nach drei Wochen wieder nachhause, wo wir die für den April ungewöhnlichen Sommertemperaturen genossen und ebenfalls einiges mit dem Fahrrad unternahmen. Ich nehme an einem Gitarrenkurs teil und frische Kenntnisse aus meiner Studentenzeit auf, was in der Gruppe am Berufsschulzentrum großen Spaß macht. Pläne für die nächste Zeit sind: Vortrag in der Klasse 12/13 des Wieland-Gymnasiums über unsere Reise, Donaukreuzfahrt mit meinen Eltern von Wien nach Budapest, Ende Juni eine Griechenlandreise mit Tanzen, Wandern und Sprachkurs Neugriechisch. Außerdem steht noch eine Elberadtour an, doch wann genau, wissen wir noch nicht. Vielleicht gibt es im August wieder eine Zillenfahrt von Passau nach Budapest, doch dies ist ebenfalls noch nicht ganz klar. Langweilig wird es uns nicht, doch eine so lange Reise am Stück werden wir so schnell wohl nicht mehr unternehmen. Vielleicht wenn ich pensioniert sein werde?

Friday, January 19, 2007

Buenos Aires 18.01.


Als wir von Iguazú zurückflogen, sahen wir in der Nähe vom Flughafen große Schwimmbecken, also erkundigten wir uns im Hotel nach öffentlichen Bädern dort. Sie bestätigten uns, daß es dort welche gäbe und wir fuhren deshalb heute morgen dahin, um stressfrei den letzten Tag in Buenos Aires zu verbringen. Es gab heute über 30° Celsius in der Stadt und deshalb hatten wir keine Lust auf Touriprogramm. Wir genossen die Zeit am Pool und ich begann mein neues Buch zu lesen: Andrés Oppenheimer, Cuentos Chinos. Er analysiert in dem Buch die gegenwärtige und wohl zukünftige politische und wirtschaftliche Lage Lateinamerikas. Das Buch ist die ideale Ergänzung zu unserer Reise, denn es untermauert unsere Beobachtungen mit Interviews mit wichtigen Politikern aus der Region, sowie vielen weiteren Politikern, z.B. Felipe Gonzales aus Spanien. Sehr spannend und lesenswert!
Um halb sieben wurden wir am Hotel abgeholt und zum Flughafen ca. 35 Kilometer außerhalb gebracht. Der Flug war problemlos in der Riesenmaschine mit 10 nebeneinander liegenden Sitzplätzen im Jumbojet, allerdings dauerte es eben 11,5 Stunden bis wir in Madrid ankamen. Am Flughafen warteten wir auf den Weiterflug, doch als wir abflugbereit waren, teilte uns der Flugkapitän mit, daß wir keine Starterlaubnis bekommen würden, da der Flughafen in Frankfurt wegen eines Orkans gesperrt sei. Dies bedeutete Warten bis um halb neun Uhr Ortszeit, dann starteten wir. Um 23.05 landeten wir in Frankfurt, nachdem wir beim Anflug ordentlich durchgeschüttelt worden waren. Unser Sohn Jens holte uns am Flughafen ab, und das war gut so, denn die ganzen Bahnstrecken waren unterbrochen. Wir sind also wieder gut in Deutschland angekommen und freuen uns, unsere Familie und alle Freunde und Bekannten wieder zu treffen und die nichtveröffentlichten Erlebnisse mitzuteilen! (Als Oma und Opa haben wir uns auch schon geübt!)
Wie der Rest vom Sabbatjahr aussehen wird, wissen wir noch nicht genau. Auf alle Fälle ist Skifahren in den Alpen angesagt und ein Besuch in London. Außerdem wollen wir nach den Osterferien nach Griechenland, um das orthodoxe Osterfest der Griechen mitzuerleben. Dann werde ich wahrscheinlich wieder etwas im Blog schreiben. Wen es interessiert, sollte ab Mitte April wieder mal reinschauen. Allerdings werde ich den Blog noch überarbeiten bezüglich der Fotos. Allen Lesern wünschen wir eine stressfreie Zeit in der bloglosen Phase :-(

Wednesday, January 17, 2007

Buenos Aires 15. - 17.01.




Wir erhielten am Montag unsere Flugtickets und erfuhren, dass wir erst am Mittwochabend um 22.00 Uhr von hier nach Madrid fliegen, dann am Tag darauf um 18.00 Uhr nach Frankfurt. Also blieben uns noch fast drei volle Tage, um Buenos Aires kennenzulernen. Am Montag fuhren wir nochmals nach "La Boca", um ein paar Fotos zu machen, denn ob die Wiederherstellung der Fotos auf dem kaputten Chip klappen wird, weiss ich nicht. Die farbigen Haeuser und die Strassenszenen bieten jede Menge Motive, ausserdem die vielen Lokale, die natuerlich touristisch "aufgeruestet" sind. Wir nutzten die Gelegenheit, einige Einkaeufe zu taetigen, Zeitung zu lesen, damit war der Tag auch wieder vorbei. Am Dienstag besuchten wir das "Museo Nacional de Bellas Artes" und sahen, wie in Argentinien im 19. Jahrhundert im Zuge der Unabhaengigkeit eine nationale Kunstbewegung entstand. Am Hafen "Puerto Madero" gingen wir nochmals spazieren und sahen dabei die Faehre, die nach Montevideo in Uruguay faehrt. Ueber das Denkmal zu dem Krieg in den Falklands und dem Monument fuer den Befreier San Martín ging es durch die Einkaufsmeile "Florida" ins Hotel zurueck. Schoen sind die vielen architektonischen Ideen, die hier realisiert worden sind, allerdings sahen wir auf dem Nachhauseweg viele Jugendliche in den Muellsaecken wuehlen. Sie suchten entweder nach Essbarem oder sie trennten Muell, wie Kartonagen, um ihn irgendwo zu verkaufen. Ueberhaupt ist dies etwas, was uns zu schaffen macht: Der unglaubliche Reichtum, der in Suedamerika immer wieder deutlich wird und die Armut, die man auf der Strasse sieht. Ganze Familien mit Kleinkindern liegen hier auf dem Gehweg, um zu schlafen, oder sie sind mit dem Fahrrad und dem ganzen Hausrat unterwegs, wie wir es in der Avenida de Mayo beobachten konnten. Oft kommen Kinder in den Cafés oder Restaurants vorbei, um irgendeinen Krimskrams anzubieten und um Almosen zu betteln. Sie werden dann von den Kellnern freundlich, aber bestimmt weggeschickt, doch es ist ein Problem, wie uns ein Kellner erklaerte. Manche der Kinder werden agressiv und die Polizei schreitet ueberhaupt nicht ein. Kinderarbeit ist auf der Einkaufsmeile zu sehen, denn Kinder im Grundschulalter spielen dort Ziehorgel, um Geld zu verdienen.
Fuer uns geht eine Reise mit sehr vielen Eindruecken zu Ende, die erst im Laufe der Zeit eingeordnet werden koennen, wahrscheinlich mit den Bildern und dem Tagebuch, das ich zusaetzlich zum Blog geschrieben habe. Wir werden zu Patagonien, Buenos Aires und Iguazú Bilder in den Blog stellen, dies aber erst, wenn wir wieder in Deutschland sind.

Iguazú 14.1.



Als Oma und Opa am Pool zu liegen hat schon eine besondere Note! Da unser Flug heute erst um 18.00 Uhr ging, blieben wir im Hotel und genossen nochmals die fuenf Sterne, die fuer uns waehrend der Reise vollkommen ungewohnt waren. Ich las ein Buch zuende, Ernesto Sábato, El Túnel, ein Buch ueber das Trauma des argentinischen Volkes wegen der Militaerdiktatur und ein Versuch, unmenschliche Handlungsweisen begreiflich zu machen (?). Zur Verarbeitung brauche ich noch etwas Zeit, vielleicht ergibt sich mal die Gelegenheit auch im Unterricht. So ist das Sabbathjahr auch ein Fortbildungsjahr, ohne Druck und mit Musse. Waehrend der Reise hatte ich sehr viel Gelegenheit, Spanisch und Englisch zu sprechen und eine kleine Anekdote zeigt dies: Als ich im Internet hier im Hotel war, sass ein Amerikaner neben mir. Als ich Probleme mit dem Zugang hatte, half mir eine Argentinierin und erklaerte mir, wie es funktioniert. Danach wandte sich der Amerikaner in gebrochenem Spanisch an mich und fragte mich, wie man @ auf der Tastatur produziert. Ich antwortete natuerlich auf Englisch, worauf er verbluefft sagte: " I thought you spoke Spanish!"
Abends flogen wir dann zurueck nach Buenos Aires und gingen in der lauen Sommernacht spazieren und etwas essen.

Sunday, January 14, 2007

Iguazú 13.01.

Seit heute sind wir Oma und Opa! Wir freuen uns riesig! Johannes kam am 13.01. auf die Welt und wiegt ueber 4 kg. Mutter, Vater und Kind sind wohlauf!
Am Morgen fuhren wir an das Dreilaendereck zwischen Argentinien, Brasilien und Paraguay. Hier fliessen die zwei Fluesse Paraná (Vater der Fluesse) und Iguazú (grosses Wasser) zusammen. Wir mieteten ein Boot exklusiv fuer uns bei einem Kleinunternehmer, der uns auf den beiden Fluessen spazieren fuhr und sehr viel ueber die Situation der Menschen hier erzaehlte. Zwischen Argentinien und Brasilien scheint es keinen so grossen interkulturellen Austausch zu geben, da die Brasilianer abblocken wuerden. Die Beziehungen zu Paraguay seien aber intensiver. Er selbst ist Sohn eines Brasilianers und einer "Paraguacha", deshalb spricht er Guaraní, die Landessprache von Paraguay, natuerlich auch Portugiesisch und Spanisch. Man sieht, dass der Iguazú im Paraná "stirbt" (muere), wie er es ausdrueckte. Der Paraná ist 4200 km lang und seine Stroemung ist gewaltig. Deshalb sterben immer wieder bei Unfaellen Menschen, die die Gefahr der Strudel unterschaetzen. Wir konnten es selbst spueren, denn das Boot trieb innerhalb kurzer Zeit hunderte von Metern ab, als er den Motor abstellte und das Boot treiben liess. Diese Stunde war sehr unterhaltsam und eine sehr persoenliche Erfahrung, weitab vom Touristenstrom. Den Nachmittag verbrachten wir im Hotel, am Pool, Jacuzzi und Thermalbad, bei wunderschoenem Wetter und bei ueber 30 Grad. Am Abend gab es beim Abendessen einen Dorada zu verspeisen, im Fluss hier gefangen. Er hatte etwa einen halben Meter Laenge und schmeckte vorzueglich!

Friday, January 12, 2007

Iguazú 11./12.01.


Morgenstund hat Gold im Mund, deshalb sind wir auch gleich um 7.30 Uhr am Flughafen von Mendoza gewesen, um nach Buenos Aires zu fliegen und von dort aus gleich nach Puerto Iguazú an der Grenze zu Brasilien. Waehrend des Flugs nach Buenos Aires sass ein argentinischer Rechtsanwalt neben uns, mit dem wir uns ueber die soziale und politische Lage in Argentinien und Lateinamerika unterhielten. Er meinte, dass auf lange Sicht Evo Morales und aehnliche Populisten keine Chance in Suedamerika haben werden. Hugo Chavez schaetzt er als einen Pragmatiker ein, der vielleicht Erfolg haben wird. In der Zeitung "La Nación" war ein sehr interessanter Artikel zum Thema, er gab ihn mir gleich zum Lesen. Seine Tochter vertritt die Auslandsabteilung seiner Bodega und als Zeichen der Freundschaft wollte er uns zwei Flaschen Rotwein zum Hotel in Buenos Aires schicken lassen. Da sind wir natuerlich gespannt!
In Iguazú im Hotel Cataratas angekommen, machten wir uns erst einmal mit den Anlagen des 5 Sterne Hotels vertraut. Thermalbad, grosses Schwimmbad, Gesundheitspfad, verschiedene Essensmoeglichkeiten - so hatten wir es noch nie waehrend der ganzen Reise! Das Essen ist sehr gut, es spielt ein E-Pianist zur Unterhaltung, vorher im Foyer ein Harfenspieler, nicht schlecht! Im Programm der Reise ist natuerlich ein Besuch der Cataratas del Iguazú inbegriffen und dies haben wir heute absolviert.
Zuerst ging es per Bahn und zu Fuss zu dem hoechsten Wasserfall - dem Garganta del Diablo (Teufelsschlund). Er ist 72 Meter hoch und in den Schlund stuerzen pro Sekunde 1750 Kubikmeter Wasser! Gigantisch, diese Wassermassen zu sehen, wie sie auch in dieser Breite in die Tiefe stuerzen. Danach ging es zu dem restlichen Teil der Wasserfaelle auf argentinischer Seite und wir konnten sie auch aus mittlerer Hoehe und von unten betrachten - unglaublich mit welcher Wucht das Wasser wuetet.
Waehrend der Mittagspause spielte ein Harfenspieler populaere Melodien fuer die Touris. Ich bestellte bei ihm "Cielito Lindo", was er prompt spielte. Dafuer kaufte ich auch seine CD ab. Er war schon in Nuernberg gewesen und in der Schweiz. "Tengo muchos amigos allá" war seine Aussage.
Als Hoehepunkt ging es noch in Badekleidung auf eine Bootsfahrt unter drei Wasserfaelle, wo wir eine kostenlose Dusche erhielten. Ein Japaner nutzte die Gelegenheit, sich vorher mit einer kompletten wasserdichten Montur einzudecken. Die Aussentemperatur betraegt im Moment ca. 28 Grad bei 100% Luftfeuchtigkeit! Die Fahrt ging dann ca.6 km flussabwaerts, wo wir anlandeten. Von dort ging es mit Unimog durch den Dschungel, wo uns eine Guide des Nationalparks ueber den subtropischen Dschungel informierte. Sie haben hier nur 2 Wochen "Winter" und 30% der Baeume verlieren im Herbst die Blaetter. Heute sahen wir zum ersten Mal in unserem Leben Tapire, die ganz gemuetlich neben dem Weg herliefen. Tucane gab es in den Baeumen zu sehen, dazu noch Reiher und Kormorane im Fluss.
Mit unserer Fuehrerin unterhielt ich mich ueber die soziale Lage der Leute hier. Sie meinte, dass es den Leuten hier ganz gut ginge, doch dass das Durchschnittseinkommen bei etwa 1400 - 1500 Pesos liege und eine Wohnung fuer eine Familie zu mieten bei etwa 600 - 800 Pesos laege. Wir bezahlen im Moment fuer ein gutes Essen mit allem drin 6-8 Euro (4 Pesos = 1 Euro)pro Person! Argentinien als Reiseland ist fuer uns im Moment der Knueller.
Dies heute war wirklich ein absolutes Muss fuer Argentinien und wir sind froh, dass wir die Gelegenheit wahrgenommen haben.
Verblueffend, wir unkompliziert hier die Frauen mit ihren Babys umgehen. In den Speisesaal kam gestern abend eine junge argentinische Mutter mit ihrem Baby an der Brust und sie genierte sich auch nicht, das Kleine waehrend sie am Buffet war weiter zu stillen. Der junge Vater ging mit dem Teller nebenher und legte ihr das Essen darauf. Wir wunderten uns nur, dass sich keiner wunderte!

Wednesday, January 10, 2007

Mendoza 9. - 10.1.





Um 6.30 Uhr sind wir bereits vom Aeroparque in Buenos Aires gestartet. Um 10.00 Uhr waren wir in Mendoza im Hotel. Da wir aus der Hitze in Buenos Aires in den Glutofen von Mendoza kamen, blieb uns nichts anderes uebrig, als uns langsam in der Stadt zu bewegen und die restliche Zeit am und im Pool des Hotels zu verbringen. Die Stadt selbst hat viele Alleen mit Baeumen und Gruenanlagen, die aber alle mit dem Wasser aus den Anden kuenstlich bewaessert werden muessen. Dasselbe passiert mit den Reben, denn Mendoza ist ein Zentrum des Weinanbaus.
Fuer heute hatten wir eine Fahrt in die Hochanden gebucht und dies war ein echter Knueller! Es ging am Fluss Mendoza ins Gebirge hoch, zuerst in die Voranden, dann die Mittelanden und danach in die Zentralanden bis auf 4200 Meter! Diese Passhoehe erreichten wir auf der alten Inkastrasse, die lange als die einzige Verbindung zwischen Chile und Argentinien diente. Dort befindet sich eine Statue von Cristo el Redentor (Christus, der Erloeser), und zwar je zur Haelfte auf chilenischem und argentinischem Gebiet. Sie soll fuer Frieden zwischen den beiden Laendern sorgen, denn 1902 standen sie kurz vor einem Krieg, der aber abgewendet werden konnte. Ein argentinischer Kuenstler hat deshalb als Mahnung diese Bronzestatue geschaffen.
Ausserdem besichtigten wir die Puente del Inca, ein Weltnaturdenkmal. Sie dominiert durch ihre gelbe Farbe, die von Schwefel herruehrt. Beeindruckend sind aber vor allem die Berge mit ihren unterschiedlichen Formen und Farben. So etwas haben wir beide noch nie gesehen und wir waren absolut fasziniert. Sogar ein Skigebiet gibt es auf 2200 Metern und mit einem Sessellift sind wir ein Stueck hochgefahren um die Aussicht zu geniessen. Die chilenische Seite von den Anden hat einen ganz anderen Charakter, da es dort feucht ist und die Vegetation ganz anders ist. (s. Blogbilder) Eine junge Argentinierin hat sehr viel erklaert waehrend dieser Fahrt und wir kamen auch mit einheimischen Gaesten ins Gespraech. Dies ist eben der Vorteil, wenn man selbstaendig unterwegs ist.

Buenos Aires 8.1.



Heute liessen wir im Reisebuero einen Flug nach Deutschland buchen. Der beste Termin war der 17.01., Mittwoch, so dass wir am 18.01. in Frankfurt ankommen werden. Das hiess, dass wir noch fuer Argentinien Zeit haben und deshalb liessen wir uns vom Reisebuero ein Reisepaket zusammenstellen. Wir fliegen zuerst nach Mendoza am Andenrand im Westen, danach werden wir die Cataratas de Iguazú an der brasilianischen Grenze besuchen. Nach dem Reisebuero war wieder Friseur angesagt und jetzt haben wir beide argentinisch geschnittene Haare. Fuer den Abend hatten wir Karten fuer eine Tangoshow im Café Tortoni, dem Kultcafé von Buenos Aires. Sehr praktisch, da es schraeg gegenueber von unserem Hotel liegt und die Show erst um 23.00 Uhr begann. Dieses Mal war die Inszenierung ganz anders als am Samstag und das Ambiente in der Bodega im Keller des Cafés auch. Es war sehr humorvoll gemacht mit kleinen szenischen Darstellungen ueber die Beziehung zwischen Mann und Frau. Aus uns wird man aber keine Tangotaenzer mehr machen, uns sind die Folkloretaenze zu sehr ans Herz gewachsen. Ich wollte auch noch Bilder im Blog veroeffentlichen, doch dabei ging etwas total schief, denn die inkompetente Besetzung des Internetcafés hat es geschafft, saemtliche Fotos auf dem Chip zu loeschen. Vielleicht kann man sie wieder herstellen zuhause, doch dazu brauche ich noch Tipps. Hilfe! Zumindest bis Ushuaia sind die Fotos gesichert, doch die ganze Reise nach Norden bis Buenos Aires ist weg. Schluchz!