Sabbateln mit Friedel und Horst

Friday, January 12, 2007

Iguazú 11./12.01.


Morgenstund hat Gold im Mund, deshalb sind wir auch gleich um 7.30 Uhr am Flughafen von Mendoza gewesen, um nach Buenos Aires zu fliegen und von dort aus gleich nach Puerto Iguazú an der Grenze zu Brasilien. Waehrend des Flugs nach Buenos Aires sass ein argentinischer Rechtsanwalt neben uns, mit dem wir uns ueber die soziale und politische Lage in Argentinien und Lateinamerika unterhielten. Er meinte, dass auf lange Sicht Evo Morales und aehnliche Populisten keine Chance in Suedamerika haben werden. Hugo Chavez schaetzt er als einen Pragmatiker ein, der vielleicht Erfolg haben wird. In der Zeitung "La Nación" war ein sehr interessanter Artikel zum Thema, er gab ihn mir gleich zum Lesen. Seine Tochter vertritt die Auslandsabteilung seiner Bodega und als Zeichen der Freundschaft wollte er uns zwei Flaschen Rotwein zum Hotel in Buenos Aires schicken lassen. Da sind wir natuerlich gespannt!
In Iguazú im Hotel Cataratas angekommen, machten wir uns erst einmal mit den Anlagen des 5 Sterne Hotels vertraut. Thermalbad, grosses Schwimmbad, Gesundheitspfad, verschiedene Essensmoeglichkeiten - so hatten wir es noch nie waehrend der ganzen Reise! Das Essen ist sehr gut, es spielt ein E-Pianist zur Unterhaltung, vorher im Foyer ein Harfenspieler, nicht schlecht! Im Programm der Reise ist natuerlich ein Besuch der Cataratas del Iguazú inbegriffen und dies haben wir heute absolviert.
Zuerst ging es per Bahn und zu Fuss zu dem hoechsten Wasserfall - dem Garganta del Diablo (Teufelsschlund). Er ist 72 Meter hoch und in den Schlund stuerzen pro Sekunde 1750 Kubikmeter Wasser! Gigantisch, diese Wassermassen zu sehen, wie sie auch in dieser Breite in die Tiefe stuerzen. Danach ging es zu dem restlichen Teil der Wasserfaelle auf argentinischer Seite und wir konnten sie auch aus mittlerer Hoehe und von unten betrachten - unglaublich mit welcher Wucht das Wasser wuetet.
Waehrend der Mittagspause spielte ein Harfenspieler populaere Melodien fuer die Touris. Ich bestellte bei ihm "Cielito Lindo", was er prompt spielte. Dafuer kaufte ich auch seine CD ab. Er war schon in Nuernberg gewesen und in der Schweiz. "Tengo muchos amigos allá" war seine Aussage.
Als Hoehepunkt ging es noch in Badekleidung auf eine Bootsfahrt unter drei Wasserfaelle, wo wir eine kostenlose Dusche erhielten. Ein Japaner nutzte die Gelegenheit, sich vorher mit einer kompletten wasserdichten Montur einzudecken. Die Aussentemperatur betraegt im Moment ca. 28 Grad bei 100% Luftfeuchtigkeit! Die Fahrt ging dann ca.6 km flussabwaerts, wo wir anlandeten. Von dort ging es mit Unimog durch den Dschungel, wo uns eine Guide des Nationalparks ueber den subtropischen Dschungel informierte. Sie haben hier nur 2 Wochen "Winter" und 30% der Baeume verlieren im Herbst die Blaetter. Heute sahen wir zum ersten Mal in unserem Leben Tapire, die ganz gemuetlich neben dem Weg herliefen. Tucane gab es in den Baeumen zu sehen, dazu noch Reiher und Kormorane im Fluss.
Mit unserer Fuehrerin unterhielt ich mich ueber die soziale Lage der Leute hier. Sie meinte, dass es den Leuten hier ganz gut ginge, doch dass das Durchschnittseinkommen bei etwa 1400 - 1500 Pesos liege und eine Wohnung fuer eine Familie zu mieten bei etwa 600 - 800 Pesos laege. Wir bezahlen im Moment fuer ein gutes Essen mit allem drin 6-8 Euro (4 Pesos = 1 Euro)pro Person! Argentinien als Reiseland ist fuer uns im Moment der Knueller.
Dies heute war wirklich ein absolutes Muss fuer Argentinien und wir sind froh, dass wir die Gelegenheit wahrgenommen haben.
Verblueffend, wir unkompliziert hier die Frauen mit ihren Babys umgehen. In den Speisesaal kam gestern abend eine junge argentinische Mutter mit ihrem Baby an der Brust und sie genierte sich auch nicht, das Kleine waehrend sie am Buffet war weiter zu stillen. Der junge Vater ging mit dem Teller nebenher und legte ihr das Essen darauf. Wir wunderten uns nur, dass sich keiner wunderte!

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