Sabbateln mit Friedel und Horst

Monday, December 18, 2006

Argentinien 16. - 18.12.




Am Samstag, den 16.12.,fuhren wir ueber den Hauptkamm der Anden nach Osten, nachdem wir die Ruta 5 verlassen hatten. Bei einer armseligen argentinischen Grenzstation erledigten wir die Formalitaeten ohne Probleme. Begruesst wird man an der Grenze mit einem Schild: Las Malvinas son Argentinas. (Die Falklandinseln gehoeren zu Argentinien)
Schlagartig veraenderte sich das Wetter und die Landschaft, nachdem wir die Anden ueberquert hatten. Es hoerte auf zu regnen, die Berge verschwanden und wir fuhren ab sofort in der westpatagonischen Hochebene. Es wehte ein heftiger Wind, der die Angeln des Busses fast gesprengt haette. Die Fahrt ging weiter ueber "Piste", d.h. befestigte, unasphaltierte Landstrasse. Ausserdem seien die Argentinier nicht so gut im Strassenbau wie die Chilenen, wie uns unser Fuehrer erzaehlte, da sie keinen guten Unterbau machen wuerden und die Strassen deshalb laufend repariert werden muessen. Durch endlose Steppe ging es kilometerweit ohne einem Auto zu begegnen durch das einsame und karge Westpatagonien Richtung Sueden. Zwei Doerfer lagen z.B. 400 km auseinander. Dazwischen war nichts, nur vereinzelte Guanakoherden, fluechtende Nandus (der Vogel Strauss Patagoniens), halbwilde Pferdeherden, Schafe und manchmal Estancias, argentinische Farmen. Gestern, Sonntag, an meinem Geburtstag, besuchten wir die Hoehlen "Cuevas de las Manos" mit Hoehlenzeichnungen, die ueber 9000 Jahre alt sind. Man sieht hauptsaechlich die Negativform von linken Haenden. Die Farbe wurde mit dem Mund ueber die Haende geblasen. Sie stammen hauptsaechlich von Frauen und Kindern. Man hat drei verschiedene Herstellungsphasen festgestellt, d.h. die Jagd - und Tierszenen aendern sich in der Darstellung und in der Farbgebung. Die Zeichnungen befinden sich unter Felsueberhaengen, vergleichbar mit den Indianerpueblos in Mesa Verde, Arizona. Inzwischen sind die "Hoehlen" Weltkulturerbe und werden besonders geschuetzt, d.h. man darf nur noch mit maximal 20 Leuten und mit Fuehrer in den Canyon hinunterlaufen. Am Abend, nach stundenlanger Fahrt auf der schnurgeraden Piste, machten wir Rast bei den Unterkuenften von Bauarbeitern, weil es sonst nichts an menschlicher Behausung gab. Duschen, Toiletten etc. gab es nicht und wir sassen im Freien unter einer Zeltplane beim Abendessen. So feierten wir meinen Geburtstag noch nie! Heute sind wir aber im Ort Chaltén am Andenrand und da gibt es Restaurants, deshalb werden wir die Geburtstagsfeier hier nachholen. Vielen Dank fuer die vielen Geburtstagswuensche! Ich habe mich sehr gefreut, kann aber nicht jedem antworten, da die Zeit nicht reicht.

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