México D.F. 27. / 28.11./ 29.11.




Der Flug nach Mexiko Stadt dauerte zwei Stunden und wir sassen wie in der Heringsbuechse, so eng waren die Sitzreihen gestuhlt. Wir flogen ueber die Vulkane bei Puebla und aus dem Popocatépetl kam Rauch heraus und es lag Schnee. Der Anflug zum Flughafen ging durch den Smog von der Stadt, aber bei schoenem Wetter. Wir checkten wieder in demselben Hotel ein wie vor vier Wochen, in der Naehe vom Zócalo, dem Herzen der Stadt. Am Nachmittag machten wir eine Stadtrundfahrt mit dem Touribus von drei Stunden und sahen ganz unterschiedlich gepraegte Stadtteile. Es gibt sogar einen Cybelebrunnen, der von spanischen Emigranten gespendet wurde und die kleinere Version vom Brunnen in Madrid ist. Am Nationaldenkmal, dem Angel de la Independencia gab es bei der Rueckfahrt eine Demonstration von Buergern aus Veracruz, die sich gegen ihren Gouverneur richtete. Alle hatten brennende Fackeln in der Hand und skandierten Sprueche gegen ihre Regierung. Am Freitag ist Amtseinfuehrung des neuen Praesidenten und da erwartet man eventuell Schwierigkeiten in der Stadt, allerdings werden wir da schon in Chile sein (hoffentlich).
Am Dienstag fuhren wir mit der Metro ins Museum Dolores Olmedo Patiño, wo Werke von Diego Rivera und Frida Kahlo ausgestellt sind. Die Sammlerin der Werke (s. Namen des Museums) war eine bekannte Maezenin und hatte alle Bilder in Privatbesitz. Sie sind jetzt Bestandteil eines wunderschoenen Museums, in dem auch zahlreiche Skulpturen aus der Maya - und Aztekenzeit sind. Die Gebaeude waren einstmals ein Franziskanerkonvent , der in einem sehr gepflegten Park liegt. Eine Sonderausstellung widmet sich dem Día de Muertos und zeigt besonders schoene Skelette, die meisten zum Thema Berufe, davon allerdings auch zwei Taenzer.
Anschliessend fuhren wir in den Stadtteil Xochimilco, wo es viele kuenstlich angelegte Kanaele gibt und wo man nur zu Wasser mit Stocherkaehnen vorwaerts kommt. Gleich an der Endstation der Strassenbahn (Siemens!) wurden wir von einem Mann mit Fahrrad zum Boot geleitet und mit einer Tour versorgt. Der Bootsfuehrer erklaerte uns spaeter, dass dies sein Chef sei und er dort immer die potentiellen Kunden abpasst. Auf der gemuetlichen Fahrt (wir zwei allein auf dem Boot fuer 16 Personen)
trafen wir unterwegs schliesslich andere Touren, aber auch Boote, die Blumen und andere Produkte transportierten. Das beste war aber das Mittagessen: Ein kleines Boot legte an unserem an und wir konnten das Essen bestellen, das sofort gekocht und serviert wurde, zu einem vernuenftigen Preis. Als wir assen, legte ein anderes Boot mit einer Mariachigruppe an, die drei Lieder fuer uns spielten. Im Dreierpack sparten wir immerhin 10 Pesos. Zu Stosszeiten im Sommer sind 3000 "trajineras" (Stocherkaehne) unterwegs, da wird es dann etwas enger. Wir sind nur die kurze Tour von 2,5 Stunden gefahren, es gibt aber noch eine andere von 4-5 Stunden, die durch die Naturschutzzone fuehrt und einen ganz anderen Charakter hat.
Dies alles exisiert im Grossraum des Molochs Mexiko Stadt, wir haetten es vorher nicht fuer moeglich gehalten. Fuer den Rueckweg nahmen wir einen Bus bis in die Naehe des Zócalo. Die Sitze schwankten etwas, da die Schrauben locker waren und man konnte an einigen Stellen den Boden der Strasse sehen. Wir kamen aber an! Fuer die Fahrt zahlte jeder 4 Pesos = 30 cent.
Heute, Mittwoch, fuhren wir ins Museo de Arte Moderno, um uns weitere Bilder von mexikanischen Malern anzuschauen. Leider sind von Frida Kahlo nur drei Bilder ausgestellt, davon aber eines der bekanntesten: Las dos Fridas, das fuer sich alleine schon den Weg wert ist. Mehr Bilder gab es von Diego Rivera zu sehen, ansonsten von weiteren mexikanischen Malern des 20. Jahrhunderts. Das Gebaeude beeindruckt durch seine Architektur und den Aufbau der Ausstellungsraeume, in dem immer wieder neue Perspektiven geschaffen werden, von denen man aus die Bilder sehen kann. Wir spazierten noch etwas durch den Stadtteil Condesa, wo es sehr viele schoene alte Gebaeude gibt und wo offensichtlich besser gestellte Buerger wohnen. In einem Café wurde Friedel von einer Passantin mit Kind angesprochen, ob sie fuer unseren Haushalt arbeiten koenne. Leider war es ihr nicht moeglich, ihr eine Stelle anzubieten.
Heute abend gab es in der Strasse vor dem Hotel einen Demonstrationszug, wieder mit dem Thema Oaxaca und der schlimmen politischen und sozialen Situation dort. Am Freitag soll der neue Praesident ins Amt eingefuehrt werden und man erwartet allgemein Auseinandersetzungen in der Stadt. Morgens um 7.00 Uhr soll es schon eine Demonstration auf dem Zócalo geben und im Auditorio Nacional gab es gestern zwischen Parlamentsmitgliedern heftige Auseinandersetzungen, die auch koerperlich ausgetragen wurden. Wir sind froh, dass wir dann weg sein werden, denn unser erster Flug geht morgen frueh schon um 6.50 Uhr und zwar nach Costa Rica. Dort werden wir 5 Stunden (!) Aufenthalt haben, bevor es ueber Lima nach Santiago de Chile weiter geht. Dort sind wir dann hoffentlich um 2.30 morgens, wenn alles gut geht. Wir lassen uns vom Hotel abholen, denn da haben wir dann sicherlich keine Lust mehr, uns von Taxifahrern uebers Ohr hauen zu lassen. Wie es in Chile mit dem Internet laueft, wissen wir nicht, doch wir hoffen, dass wir dann wieder Zeit haben werden, Bilder ins Netz zu stellen.






















