Sabbateln mit Friedel und Horst

Tuesday, November 28, 2006

México D.F. 27. / 28.11./ 29.11.





Der Flug nach Mexiko Stadt dauerte zwei Stunden und wir sassen wie in der Heringsbuechse, so eng waren die Sitzreihen gestuhlt. Wir flogen ueber die Vulkane bei Puebla und aus dem Popocatépetl kam Rauch heraus und es lag Schnee. Der Anflug zum Flughafen ging durch den Smog von der Stadt, aber bei schoenem Wetter. Wir checkten wieder in demselben Hotel ein wie vor vier Wochen, in der Naehe vom Zócalo, dem Herzen der Stadt. Am Nachmittag machten wir eine Stadtrundfahrt mit dem Touribus von drei Stunden und sahen ganz unterschiedlich gepraegte Stadtteile. Es gibt sogar einen Cybelebrunnen, der von spanischen Emigranten gespendet wurde und die kleinere Version vom Brunnen in Madrid ist. Am Nationaldenkmal, dem Angel de la Independencia gab es bei der Rueckfahrt eine Demonstration von Buergern aus Veracruz, die sich gegen ihren Gouverneur richtete. Alle hatten brennende Fackeln in der Hand und skandierten Sprueche gegen ihre Regierung. Am Freitag ist Amtseinfuehrung des neuen Praesidenten und da erwartet man eventuell Schwierigkeiten in der Stadt, allerdings werden wir da schon in Chile sein (hoffentlich).
Am Dienstag fuhren wir mit der Metro ins Museum Dolores Olmedo Patiño, wo Werke von Diego Rivera und Frida Kahlo ausgestellt sind. Die Sammlerin der Werke (s. Namen des Museums) war eine bekannte Maezenin und hatte alle Bilder in Privatbesitz. Sie sind jetzt Bestandteil eines wunderschoenen Museums, in dem auch zahlreiche Skulpturen aus der Maya - und Aztekenzeit sind. Die Gebaeude waren einstmals ein Franziskanerkonvent , der in einem sehr gepflegten Park liegt. Eine Sonderausstellung widmet sich dem Día de Muertos und zeigt besonders schoene Skelette, die meisten zum Thema Berufe, davon allerdings auch zwei Taenzer.
Anschliessend fuhren wir in den Stadtteil Xochimilco, wo es viele kuenstlich angelegte Kanaele gibt und wo man nur zu Wasser mit Stocherkaehnen vorwaerts kommt. Gleich an der Endstation der Strassenbahn (Siemens!) wurden wir von einem Mann mit Fahrrad zum Boot geleitet und mit einer Tour versorgt. Der Bootsfuehrer erklaerte uns spaeter, dass dies sein Chef sei und er dort immer die potentiellen Kunden abpasst. Auf der gemuetlichen Fahrt (wir zwei allein auf dem Boot fuer 16 Personen)
trafen wir unterwegs schliesslich andere Touren, aber auch Boote, die Blumen und andere Produkte transportierten. Das beste war aber das Mittagessen: Ein kleines Boot legte an unserem an und wir konnten das Essen bestellen, das sofort gekocht und serviert wurde, zu einem vernuenftigen Preis. Als wir assen, legte ein anderes Boot mit einer Mariachigruppe an, die drei Lieder fuer uns spielten. Im Dreierpack sparten wir immerhin 10 Pesos. Zu Stosszeiten im Sommer sind 3000 "trajineras" (Stocherkaehne) unterwegs, da wird es dann etwas enger. Wir sind nur die kurze Tour von 2,5 Stunden gefahren, es gibt aber noch eine andere von 4-5 Stunden, die durch die Naturschutzzone fuehrt und einen ganz anderen Charakter hat.
Dies alles exisiert im Grossraum des Molochs Mexiko Stadt, wir haetten es vorher nicht fuer moeglich gehalten. Fuer den Rueckweg nahmen wir einen Bus bis in die Naehe des Zócalo. Die Sitze schwankten etwas, da die Schrauben locker waren und man konnte an einigen Stellen den Boden der Strasse sehen. Wir kamen aber an! Fuer die Fahrt zahlte jeder 4 Pesos = 30 cent.
Heute, Mittwoch, fuhren wir ins Museo de Arte Moderno, um uns weitere Bilder von mexikanischen Malern anzuschauen. Leider sind von Frida Kahlo nur drei Bilder ausgestellt, davon aber eines der bekanntesten: Las dos Fridas, das fuer sich alleine schon den Weg wert ist. Mehr Bilder gab es von Diego Rivera zu sehen, ansonsten von weiteren mexikanischen Malern des 20. Jahrhunderts. Das Gebaeude beeindruckt durch seine Architektur und den Aufbau der Ausstellungsraeume, in dem immer wieder neue Perspektiven geschaffen werden, von denen man aus die Bilder sehen kann. Wir spazierten noch etwas durch den Stadtteil Condesa, wo es sehr viele schoene alte Gebaeude gibt und wo offensichtlich besser gestellte Buerger wohnen. In einem Café wurde Friedel von einer Passantin mit Kind angesprochen, ob sie fuer unseren Haushalt arbeiten koenne. Leider war es ihr nicht moeglich, ihr eine Stelle anzubieten.
Heute abend gab es in der Strasse vor dem Hotel einen Demonstrationszug, wieder mit dem Thema Oaxaca und der schlimmen politischen und sozialen Situation dort. Am Freitag soll der neue Praesident ins Amt eingefuehrt werden und man erwartet allgemein Auseinandersetzungen in der Stadt. Morgens um 7.00 Uhr soll es schon eine Demonstration auf dem Zócalo geben und im Auditorio Nacional gab es gestern zwischen Parlamentsmitgliedern heftige Auseinandersetzungen, die auch koerperlich ausgetragen wurden. Wir sind froh, dass wir dann weg sein werden, denn unser erster Flug geht morgen frueh schon um 6.50 Uhr und zwar nach Costa Rica. Dort werden wir 5 Stunden (!) Aufenthalt haben, bevor es ueber Lima nach Santiago de Chile weiter geht. Dort sind wir dann hoffentlich um 2.30 morgens, wenn alles gut geht. Wir lassen uns vom Hotel abholen, denn da haben wir dann sicherlich keine Lust mehr, uns von Taxifahrern uebers Ohr hauen zu lassen. Wie es in Chile mit dem Internet laueft, wissen wir nicht, doch wir hoffen, dass wir dann wieder Zeit haben werden, Bilder ins Netz zu stellen.

Playa del Carmen 26.11.



Bei einem Strandspaziergang entdeckten wir heute Seekayaks am Ufer zum Ausleihen, was wir prompt gemacht haben. eine Stunde lang muehten wir uns gegen Wind und Wellen anzukommen und es hat grossen Spass gemacht. Danach goennten wir uns am Strand einen Liegestuhl in der ersten Reihe und liessen uns das Essen dorthin bringen (wegen des Sonnenschirms fuer den nicht sonnenfesten Horst). Wenn man dran denkt, dass es schlimmeres gibt als am Strand Mittag zu essen... Abends lauschten wir noch den Mariachigruppen, die in der Tourimeile aufspielen, und dann hiess es Abschied nehmen von der Karibik.

Saturday, November 25, 2006

Playa del Carmen 23. - 25.11.




Hier sind wir in einem Hotel direkt am Strand - Hotel Alhambra. Allerdings haelt es nicht ganz, was der Name verspricht. Vor allem das Preis-Leistungsverhaeltnis ist hier ein anderes wie bisher. Wir fuehlen uns an die Costa del Sol erinnert, es gibt eine Touristenabschoepfungsmeile, es wird gemolken, was das Zeug haelt! Ueberall ist man der Amigo von irgendjemandem, der einem was andrehen will. Gestern abend waren wir mit einem jungen Paerchen aus Ludwigsburg zum Essen, die schon die Hotelnachbarn in Tulum waren. Wir unterhielten uns nett miteinander und tauschten Reiseerfahrungen aus. Sie ist auf dem Sozialamt in Stuttgart, er Vermessungsingenieur in Ludwigsburg.Wir lesen viel, schwimmen, und gehen spazieren. Ich habe einen Roman zuende gelesen von einem Autor aus Costa Rica, Carlos Luis Fallas. Er war die Speerspitze der Gewerkschaftsbewegung in Costa Rica in den 30iger Jahren und erzaehlt von den Entbehrungen bei der Arbeit am Bau der Eisenbahnlinie, die den Atlantik mit dem Pazifik verbinden sollte. Die United Fruit Company war der Ausbeutungsbetrieb, was in dem Roman sehr deutlich wird. Das Buch gehoert in Costa Rica zur Pflichtlektuere in der Schule. Friedel kann hier wieder zwei Krimis umtauschen, wir haben das Geschaeft schon entdeckt. Am Montag fliegen wir nach Mexiko City, wo wir noch drei Naechte bleiben und Kulturprogramm geniessen werden. (Bilder von Frida Kahlo stehen auf der Liste!)
Das erste Bild ist uebrigens vom Dach des Hotels aus aufgenommen.

Wednesday, November 22, 2006

Tulum 21./22.11.



Gestern waren wir im Biosphaerenpark Sian Ka´an zu viert mit zwei Englaendern und Mauricio, dem mexikanischen Fuehrer. Zuerst schauten wir uns eine kleine Mayaausgrabung an (jetzt reicht es aber auch!), die er aber gut erklaert hat. Von einem Aussichtsturm mitten im Dschungel sahen wir das Reservat ueber den Baumwipfeln. Mit Costa Rica kann man es aber nicht vergleichen, da der Wald lange nicht so dicht ist wie dort. Wir sahen "Kaugummibaeume", die aber jetzt nicht mehr zur Gewinnung von Kaugummi genutzt werden. Mit dem Boot fuhren wir ueber einen See, von dort durch einen von den Mayas gegrabenen Kanal zu einer Lagune, und von dort ueber einen Naturkanal an Mangrovenbaeumen und Savanne vorbei Richtung Meer. In diesem Kanal liessen wir uns mit Hilfe der Stroemung (etwa wie in Eining/Donau) auf Schwimmwesten liegend etwa eine halbe Stunde lang treiben, bei ca. 20 Grad Wassertemperatur. Auf dem Rueckweg nach Tulum besuchten wir einen oberirdischen Cenote, in dem man in kristallklarem Wasser schwimmen kann. Wir unterhielten uns aber lieber mit Mauricio, der mit einer Appenzellerin zusammen ist und im Maerz Vater wird. Im Sommer war er in der Schweiz und bei der WM in Deutschland, um das Spiel Schweiz - Togo anzuschauen. Vierzehn Tage arbeitete er in einer Fleischfabrik bei seinem Schwiegervater, um Geld fuer ein Auto zu verdienen. 30.000 Wuerste hat er abgepackt! In einer Stunde verdiente er dabei soviel wie hier als Guía in eineinhalb Tagen. Trotzdem moechte er das Leben hier nicht missen. Er baut jetzt ein Haus von 5x5 Metern, zweistoeckig, das reicht ihm und seiner neuen Familie.
Auch unsere Rezeptionistin arbeitete mehrere Jahre in Europa, u.a. bei Mercedes in Stuttgart als Designerin. Nach einem Jahr wurde sie von ihrer Nachbarin zum ersten Male gegruesst! Soviel zur Fremdenfreundlichkeit in Deutschland! In Frankreich sei es aber noch schlimmer gewesen.
Heute haben wir das schoene Wetter zu einem Strandtag ausgenutzt, in México D.F. hat es gestern geschneit und 2 Grad minus gehabt. Hoffentlich wird es bis Montag besser, wenn wir dort landen werden.

Monday, November 20, 2006

Tulum 19./20.11.



Gestern sind wir in Tulum angekommen und haben uns in einem Hotel am Karibikstrand eingemietet. Hier gibt es zwar auch palmgedeckte Huetten mit Natursandboden und Haengematte, doch Friedel zieht dann doch Steinboden, Bett, dichte Waende und Fenster mit Mueckengitter vor. Robinsonaden sind nicht mehr so unser Ding. Das Meer ist wunderschoen hier (mit Korallenriff) und wir werden nochmals auf "Snorkelingtour" gehen. Heute waren wir bei den etwa 1km entfernten Pyramiden von Tulum mit hunderten von anderen Touristen, die einem immer vor der Linse herumtanzen. Zufaellig sahen wir heute die Vorfuehrung einer Spezialitaet von Nachkommen der Maya. Die "Voladores" lassen sich an Seilen festgebunden langsam kreisfoermig von einem Mast herunterfallen. Damit ihr euch es vorstellen koennt, muesst ihr das Bild anschauen. Ein Floetenspieler sitzt oben auf einem Ring und spielt eine Melodie dazu.
Morgen machen wir eine Exkursion in ein Biosphaerenreservat, wo wir durch Lagunen und Kanaele mit dem Boot fahren werden, um die Tier- und Pflanzenwelt zu erkunden. Schwimmen ist ebenfalls angesagt, wir sind gespannt, wie es wird.
Alles Gute zum Geburtstag, lieber Klaus, falls du die eMail noch nicht gelesen hast!

Saturday, November 18, 2006

Isla Mujeres 17./18.11.



Gestern haben wir nochmals eine Radtour ueber die Insel gemacht, um die letzten nicht besuchten Flecken zu erkunden. Auf dem Rueckweg ging Friedel kurz vor dem Ort die Luft aus - am Fahrrad! Gott sei dank kamen zwei freundliche Golfcartfahrer vorbei, die Friedel mitsamt dem Fahrrad aufluden und zurueck brachten. Die Einheimischen leiden im Moment unter der Kaelte (ca.25 Grad am Tag), allerdings kann man nur an windgeschuetzten Stellen baden, sonst ist der Wellengang zu schlimm.
Heute wollten wir mit dem Boot in ein Naturreservat auf der Insel Contoy fahren, doch der Organisator der Bootstour fuhr wegen des Wellengangs nicht, es sei zu gefaehrlich. Stattdessen fuhren wir mit ihm zum windgeschuetzten Teil der Insel zum Schnorcheln (snorkeling). Ueber drei Stunden waren wir unterwegs und an zwei Stellen waren wir bis zu einer Stunde im Wasser. Inmitten eines Fischschwarms zu schwimmen ist schon etwas ganz besonderes! Es gibt Korallen zu sehen und zahlreiche unterschiedliche Fische - toll! Ich sah sie wegen fehlender Brille allerdings nur verschwommen. Friedel genoss es aber voll und ganz. An dieser Stelle will ich noch Roey ganz herzlich zum Geburtstag gratulieren, die email an dich kam leider zurueck, warum, weiss ich nicht.
Morgen wollen wir nach Tulúm weiterfahren, eine Mayaruine im Sueden von Cancún, die direkt am Meer liegt.

Tuesday, November 14, 2006

Isla Mujeres 13. - 16.11





Gestern war Erholung und Waschen angesagt. Um die Ecke gibt es eine Waescherei, die uns unsere Waesche fuer ca. 8 Euro gewaschen und getrocknet hat. Der Strand hier ist sagenhaft. Das Wasser ist superklar und sauber, die Insel hat eine funktionierende Klaeranlage und macht einen sehr gemuetlichen Eindruck. Da wir in der Nebensaison sind, haben alle Haendler ein grosses Interesse an uns, doch man kommt auch mit ihnen ins Gespraech und man erfaehrt immer wieder interessante Dinge (z.B. Ausleihe von Fahrraedern und Preise) Dies haben wir heute genutzt und haben mit etwas heruntergekommenen Mountainbikes eine Inselrundfahrt gemacht. Unterwegs schauten wir uns eine Schildkroetenaufzuchtstation an mit Schildkroeten in verschiedenen Entwicklungsphasen. Am suedlichsten Punkt der Insel geht die Sonne in Mexiko als erstes auf, wir werden das sicher nicht erleben, denn die Sonne geht frueh auf und wir schlafen hier hervorragend. Die Amerikaner sind hier nicht arg beliebt, denn sie kaufen die schoensten Grundstuecke auf der Insel und bauen fuer hiesige Verhaeltnisse suendhaft teure Haeuser. Unter anderen haben wir hier ein "Schneckenhaus" gesehen und ein Haus mit Dachbegruenung, natuerlich mit fantastischem Blick auf den Golf von Mexiko. Daneben gibt es allerdings Huetten von mittellosen Leuten, die billigstes "Baumaterial" von der Regierung erhalten, damit sie ein Dach ueber dem Kopf haben. Damit bauen sie "casas de cartón".
Der Ausgang der Kongresswahlen in den USA mit der Niederlage der Republikaner wurde hier allgemein begruesst und man hofft, dass die Mauer an der Grenze zwischen Mexiko und den USA nicht gebaut wird.
Wir trafen am Strand die Angestellte, die uns die Tour nach Chichén Itzá verkauft hat. Sie gab uns einen sehr guten Tipp: Wir sollen hier 2-3 Tage verkuerzen und nach Tulum suedlich von Cancún fahren und uns dort im Dorf einmieten. Wir koennen dann die Ruinen von Tulum anschauen und den Strand geniessen. Ausserdem sei es billiger als hier. Von dort aus kann man ein Biosphaerenreservat anschauen, das sehr lohnenswert sei. Das werden wir wohl machen, es ist einfach toll, wenn man Leute hier einmal kennt, wie sie einem weiterhelfen. Von zwei Frauen aus Chiapas habe ich am Strand ein sehr schoenes Hemd mit Stickereien abgekauft. Ihr Bruder habe diese in einem Tag gemacht, erzaehlte mir die junge Frau. Beim Folkloretanzen werdet ihr es bewundern koennen!
Heute morgen gab es ein Gewitter mit Starkregen, sodass die Strassen des Zentrums ueberflutet waren und Schwimmen im Meer heute nicht moeglich war wegen des Windes.
Deshalb gingen wir spazieren und legten uns auf die faule Haut. Zu Mittag gab es heute Ceviche, einen Meeresfruechtesalat, die Spezialitaet hier. Falls das Wetter nicht besser wird, werden wir etwas frueher die Insel verlassen und uns wieder der Kultur widmen. Friedel konnte hier in einem Restaurant mit Buchladen ein deutsches Buch umtauschen und liest jetzt ganz begeistert einen Thriller ueber "Iluminati". Bevor wir wegfahren, tauscht sie es gegen ein anderes Buch um.

Sunday, November 12, 2006

Isla Mujeres 12.11.



Bei Regen sind wir heute mit der Faehre auf die Isla Mujeres uebergesetzt. Eine zwanzigminuetige Fahrt mit einem Katamaran durch tuerkisfarbiges bis schwarzes Wasser, so wie ich es bisher noch nie gesehen hatte. Auf der Insel liessen wir uns bei einem Apartmenthotel absetzen, das uns ein Angestellter der Faehrgesellschaft empfohlen hatte. Wir hatten Glueck, denn wir haben jetzt ein nettes Studio mit Kuechenzeile fuers Fruehstueck machen, alles neu, modern, Klimaanlage,TV, und alles fuer sage und schreibe ca. 40 Euro am Tag. Hier werden wir es sicher eine Weile aushalten mit Lesen, Schreiben, Baden, ... Das Wasser ist ca. 24 Grad warm und die Aussentemperatur war heute etwa 28 Grad (bei Wolken und Regen). Das Zentrum in dem wir sind, hat viele kleine Geschaefte und Restaurants, von denen wir gleich eines ausprobiert haben. Es gab sehr guten Fisch in Kokos paniert. Allerdings kein Designeressen, wie wir es in einer deutschsprachigen Sendung der Deutschen Welle International im Fernsehen mitbekommen haben. Ein spanischer Koch hat einen Designerpreis fuer seine ausgefallenen Kreationen bekommen. Hier haben die Kinder in Chiapas und Oaxaca Hunger, wenn sie in die Schule kommen! Bestimmte Dinge koennen wir einfach nicht mehr akzeptieren!

Chitchén Itzá 11.11.




Der Beginn des Carnevals fand fuer uns heute auf einem Verkaufsstand fuer Touristenartikel auf der Fahrt nach den Ruinen von Chitchén Itzá statt. Dies war der erste Stopp auf unserer Kulturfahrt, allerdings dachten wir gleich: "Ist das jetzt eine Kaffefahrt?" An uns Schwaben/Baden haben sie nichts verdient, denn die Preise waren unglaublich ueberteuert im Vergleich zu anderen Laeden, die wir schon gesehen hatten. Trotzdem wurde gekauft wie bloed. Vor allem Kettchen mit Anhaengern, die angeblich den Namen in Mayaschrift wiedergeben. Wir hatten das Glueck, bei der Fuehrung spaeter, einen Nachkommen der Maya zu haben, der uns ein bisschen ueber die Sprache erzaehlte und demonstrierte - es gibt keine Schrift, die praktiziert wird. Die Sprache wird nur gesprochen und er wuchs damit in seiner Familie auf. Eine Regel heisst, wenn er einen Maya in seiner Sprache anspricht, muss dieser in Maya antworten. Es waere eine Beleidigung, in Spanisch zu antworten.
Nach dieser Verkaufsveranstaltung durften wir endlich in einem "Cenote" schwimmen. Dieser unterirdische See, der im Kalkstein gebildet wurde, ist etwa in 25 m Tiefe und selbst ca.40 Meter tief. Im Halbdunkel zu schwimmen unter herunterhaengenden Schlingpflanzen ist etwas ganz besonderes und bei den tropischen Temparaturen hier sehr erfrischend. Leider hatten wir nur eine halbe Stunde, denn wir mussten zur Touristenspeisung an einem allerdings sehr guten Buffet. Zeit: 45 Minuten, einschliesslich Vorfuehrung von Folkoretaenzen aus der Region. Keine Mayataenze, denn diese gibt es eigentlich nicht mehr, sondern unter anderen einen Baendertanz! Schade, wir haetten gerne mehr gesehen. Der Zeitplan sah jetzt aber Besichtigung vor, also fanden wir uns in der spanischsprachigen Fuehrung ein, denn da waren wesentlich weniger Leute.(Die andere war in Englisch) Zwei Ehepaare aus Equador waren darunter, ein Arzt hatte in Goettingen gearbeitet und sprach gleich Deutsch mit uns!
Fuer mich war das Juego de Pelota (Ballspiel) interessant, denn der Ballspielplatz war ausserordentlich beeindruckend. Der Guide war der Ansicht, dass der Kapitaen der siegenden Mannschaft geopfert wurde, denn dies war der absolute Hoehepunkt einer professionellen Spielerkarriere und eine grosse Ehre. Na ja!
Die ganze Anlage zu erklaeren waere zu viel des Guten, also, selber nachlesen! Uns hat es sehr gefallen und die ganze Tour war sehr gut organisiert, obwohl natuerlich der Verkauf von Produkten auch dazu diente, das Gehalt des Hauptguide im Bus aufzubessern. Auf der Rueckfahrt kamen wir an den Hotels der anderen Tourteilnehmer vorbei, es ist schon erstaunlich, was hier innerhalb von 20 Jahren geschaffen worden ist. Urlaub wollte ich allerdings hier in dieser sterilen Atmosphaere nicht machen.
Wir entschlossen uns, am naechsten Tag auf die Isla Mujeres noerdlich von Cancún zu fahren, ein eher ruhigeres Gebiet und jetzt zur Nebensaison ueberhaupt nicht ueberlaufen. Eine gute Entscheidung!

Cancún 10.11.

Die Fahrt von Mérida nach Cancún dauerte 4 Stunden, wir mussten nur ein Video ueber asiatische Bewegungsspiele anschauen (oder mittelalterliches Heldentum mit Pfeil und Bogen, Schwert etc.)
Cancún praesentierte sich als verkehrsreiche und wie ueblich hier, mit Autoverkehr belastete Stadt. Unser Hotel war in der Innenstadt und fuer Fussgaenger ist es ein Abenteuer die Strassen hier zu ueberqueren. Die Hotelmeile fuer die Pauschaltouristen ist ausserhalb und die konnten wir am Tag danach "bewundern", als wir auf der Rueckfahrt von Chichén Itzá waren. (Hilton, Melía, Riu, you name it)Wir waren hier, um Tickets fuer den Rueckflug nach México D.F. zu organisieren, was auch fuer den 27.11. geklappt hat. Ausserdem buchten wir noch einen Ausflug nach den Ruinen von Chichén Itzá mit dem Besuch eines "Cenote", eines unterirdischen Sees, der frueher den Mayas als Opferstaedte oder Trinkwasserreservoir gedient hat. Unser Hotel sollte zwar laut Autor von "Lonely Planet" ein Hit sein, doch wir mussten ihm einige Abzugspunkte geben. So langsam koennen wir die Qualitaet von Hotels hier einschaetzen, und wir glauben, dass die Hotels fuer die Qualitaet, die sie bieten, ganz schoen teuer sind. Trotzdem leidet unsere Laune sehr selten darunter, es gibt wichtigere Dinge.

Thursday, November 09, 2006

Campeche / Mérida 8./ 9.11.



Am Busbahnhof haben wir heute ohne Probleme Tickets fuer den 9 Uhr Bus nach Mérida bekommen. Auf dem Busbahnhof trafen wir wieder das tschechische Paar, die dieselbe Route fahren wie wir. Heute fuhren wir nur 2,5 Stunden und brauchten nur ein amerikanisches Melodram auf Spanisch anzuschauen. Trotzdem ganz unterhaltsam und man hoert sich langsam ein. So braucht man am Abend kein Fernsehen mehr um auf die taegliche Ration zu kommen. Gestern hat Friedel in Campeche in einem Hostal die Moeglichkeit genutzt, ein von ihr gelesenes deutsches Buch aus Costa Rica in ein anderes umzutauschen. Eine gute Sache! In unserem Fuehrer "Lonely Planet Mexico" stand dieser Tipp drin und es hat gestimmt. Ansonsten haben wir noch eine weitere gute Erfahrung mit dem mexikanischen Gesundheitssystem gemacht. Da Friedel schon seit einiger Zeit Probleme mit einem entzundenen Insektenstich hat, haben wir in der Apotheke nach einem Mittel gefragt. Die Apothekerin empfahl uns, zu einem Arzt zu gehen, da die Stiche kritisch werden koennen. Also gingen wir in die Praxis des von ihr empfohlenen Arztes und dort fanden wir heraus, dass diese Arztpraxis nur dazu dient, die Leute zu beraten und keine Behandlungen durchzufuehren. Wir kamen nach 20 Minuten dran und er konnte uns beruhigen. Es sei nichts schlimmes und Friedel soll einige Zeit ein Antibiotikum nehmen und eine Salbe, die er auch gleich verschrieb. Die ganze Sache kostete beim Arzt 20 Pesos, was 1,50 Euro entspricht. Die Medikamente kosteten 90 Pesos = 7 Euro. Der Arzt freute sich, dass er Besuch hatte aus Europa und dass er uns helfen konnte. Als wir aus dem Zimmer hinausgingen, warteten schon etwa 10 Leute auf ihn. Die ernsten Faelle werden von ihm an andere Aerzte ueberwiesen.
Heute in Mérida unternahmen wir einen Stadtbummel und am Nachmittag machten wir es uns am Pool auf dem Dach des Hotels Caribe mitten in der Stadt bequem (mit Blick auf die Kathedrale und den Plaza Central). Morgen fahren wir nach Cancún weiter, da wir endlich aus den Staedten herauskommen und uns am Meer erholen wollen. Ja wirklich, Reisen bildet nicht nur, sondern es ist auch manchmal anstrengend. Vor allem die Innenstaedte hier sind voll von stinkenden Autos und Bussen, was nicht besonders foerderlich ist fuer die Gesundheit. (Da faellt doch sicher jemandem ein Kommentar dazu ein, nicht wahr, Jupp!)

Wednesday, November 08, 2006

Villahermosa / Palenque 6.11. - 7.11



Nach Veracruz fuhren wir nach Suedosten nach Villahermosa, einer modernen Stadt, die hauptsaechlich von den Oelfunden im Meer lebt. Die Haeuser sind moderner, die Strassen besser und wir waren auch in einem schoenen Hotel. Allerdings meinte Friedel: Das Kloopaper ist kunstvoll gefaltet, aber die Nachttischlampe funtioniert nicht. Abstriche muss man eben immer machen. Von Villahermosa fuhren wir gleich am naechsten Morgen weiter nach Palenque und dort fanden wir Unterkunft in einem Hotel, wo gerade die Strasse neu gepflastert wurde. Da aber am fruehen Morgen unsere Tour zu den Ruinen von Palenque begann, konnte uns das egal sein. Bei schoenem Wetter und bei wegziehenden Wolken sahen wir die Pyramiden des Herrschers Pakal, der ueber 80 Jahre alt wurde und dessen Grab wir bereits im anthropologischen Museum in México DF gesehen hatten. Ausser den Pyramiden sahen wir noch die Wasserfaelle von Agua Azul, una maravilla! Im Touribus waren Leute aus Tschechien, Deutschland, England, Frankreich... Am Abend las ich im Fuehrer, dass auf der Strecke zu den Ruinen schon oft Raubueberfaelle stattgefunden haben, deshalb wurden wir wohl zweimal vom Militaer kontrolliert auf der Rueckfahrt (oder wegen illegaler Einwanderer).
Heute, Mittwoch, sind wir in sieben Stunden bis Campeche gefahren, eine alte Kolonialstadt am Meer. Sie ist Kulturerbe der Menschheit und auf einer Stadtrundfahrt wurde uns dieses Erbe auf "Englisch" nahegebracht. Es ist heiss hier (ueber 30 Grad) und in der Nacht braucht man die Klimaanlage. Die englischen Maedchen und das tschechische Paar von gestern haben wir auch wieder getroffen und zusammen ein Bier getrunken. Diese Begegnungen sind immer sehr erfreulich!

Sunday, November 05, 2006

Puebla / Veracruz 2.11.- 4.11.


Am Donnerstag hatte ich Ruhe vor dem Zahnarzt und wir gingen auf Erkundungstour von Puebla. Zuerst schauten wir uns ein Museum zur Geschichte Pueblas an und liessen uns das Herrenhaus von einem anwesenden Studenten erklaeren. Er fuehrte uns noch zu einer kleinen Fabrik fuer die typischen Tonprodukte aus Puebla (Talavera). Wir haetten einen ganz tollen Teller mit einem Bild von Frida Kahlo kaufen koennen, doch im Koffer ist leider kein Platz. Die Geschirre etc. sind aber wirklich sehr kunstvoll gearbeitet, schade drum. Danach schauten wir uns noch die Reste des ersten Klosters in der Stadt an - ein Franziskanerkloster. Abends gingen wir auf den Zócalo, dem Hauptplatz, und schauten dem Spektakel anlaesslich des Día de la Muerte zu. Eine Musikgruppe spielte Politrock mit Anspielungen auf die Situation in Oaxaca und die Inkompetenz der Regierung. Ausserdem gab es noch einen Umzug fast wie am Schuetzenfest, allerdings mit vielen Totenkoepfen und Skeletten.
Am Freitag hatten wir Grosskampftag: Waesche waschen in einer Lavandería, in der Zwischenzeit gingen wir zum Haareschneiden (erfolgreich) und am Nachmittag nahm ich drei Zahnarzttermine wahr um Rechnungen zu bezahlen und die Weiterreise zu sichern. Ein Lob auf die drei Aerzte hier! Sie arbeiten im Team und jeder hat seinen Spezialbereich. So hat jeder die optimale Technik zur Verfuegung, fortschrittlicher als bei uns in Deutschland! Vor allem die Diagnostik war hervorragend!
Am Samstag fuhren wir nach Veracruz mit einem Erste Klasse Bus und die sind wirklich erste Sahne und relativ billig. Am Abend erkundeten wir die Innenstadt und schauten uns den Schluss der Fussballbegegnung Verazcraz gegen Chivas Guadalajara unter den Arkaden des Hauptplatzes an (es regnete naehmlich). Kaum war die Partie zuende, ging die Musik los und es wurde unter den Arkaden getanzt. Danzón nennt man das und eine Kapelle wie in Buena Vista Social Club hat aufgespielt. Wir tanzten gleich mit (ich mit Rucksack auf dem Ruecken) und wir wurden sogar von Einheimischen fotografiert! Es sollte doch anders herum sein! Morgen geht es weiter nach Palenque und dort werden wir die beruehmten Pyramiden anschauen.

Wednesday, November 01, 2006

Puebla 31.10. / 01.11.

Der gestrige Tag war etwas einmaliges und er braucht nicht unbedingt wiederholt werden. Um 9.00 Uhr hatte ich den ersten Termin bei einem Spezialisten fuer Schmerzbehandlung von Zaehnen. Dr.Jorge Vera Rojas hat in Harvard eine zweijaehrige Zusatzausbildung auf dem Gebiet gemacht und ich durfte den Erfolg der Ausbildung erfahren. Mit modernster Technologie (Roentgen + Computer + Periskop) hat er eine Wurzelbehandlung praktisch schmerzfrei in einer Stunde gemacht. Ich brauchte kein einziges Mal aus dem Stuhl aufstehen und ich hatte das Gefuehl, dass er die Sache absolut im Griff hat. Um 12.00 Uhr hatte ich den naechsten Termin bei dem Zahnarzt der deutschen Schule. Er hatte am Tag vorher einen Gebissabdruck gemacht und verpasste mir jetzt eine provisorische Krone. Leider war der Zahn daneben nicht mehr zu retten, also schickte er mich zu einem Zahnchirurgen, der mir um 17.30 Uhr einen Backenzahn entfernte, und dies ebenfalls wieder ohne Probleme. Abends war ich wieder soweit fit, dass ich seit zwei Wochen die erste Mahlzeit ohne Probleme einnehmen konnte. Zwar brauchte ich noch zwei Schmerztabletten, doch heute fuehle ich mich wieder einigermassen fit. Am Donnerstag und Freitag habe ich noch zwei Kontrolltermine und ich hoffe, dass dann alles in Ordnung ist und bleibt.
In der Innenstadt von Puebla war heute einiges los. Viele Leute waren in die Stadt gekommen, um die aufgebauten Altaere anzuschauen und die Vorfuehrungen zu bestaunen. Darunter war eine praehispanische Tanzvorfuehrung von einer "Aztekengruppe" mit tollen Kostuemen, die wohl Wandmalereien nachempfunden waren. So ganz ueberzeugt hat uns die Sache nicht, aber man spuert, dass ein Beduerfnis besteht, den eigenen Wurzeln nachzuspueren. Das Hotel haben wir heute gewechselt, denn unser Zahnarzt hat
gemeint, dass wir in ein besseres Hotel gehen sollten. Da seine Frau bei VW arbeitet, firmieren wir jetzt als VW Mitarbeiter in einem schoenen Hotel, fuenf Minuten vom Zentrum entfernt.