Sabbateln mit Friedel und Horst

Sunday, November 12, 2006

Chitchén Itzá 11.11.




Der Beginn des Carnevals fand fuer uns heute auf einem Verkaufsstand fuer Touristenartikel auf der Fahrt nach den Ruinen von Chitchén Itzá statt. Dies war der erste Stopp auf unserer Kulturfahrt, allerdings dachten wir gleich: "Ist das jetzt eine Kaffefahrt?" An uns Schwaben/Baden haben sie nichts verdient, denn die Preise waren unglaublich ueberteuert im Vergleich zu anderen Laeden, die wir schon gesehen hatten. Trotzdem wurde gekauft wie bloed. Vor allem Kettchen mit Anhaengern, die angeblich den Namen in Mayaschrift wiedergeben. Wir hatten das Glueck, bei der Fuehrung spaeter, einen Nachkommen der Maya zu haben, der uns ein bisschen ueber die Sprache erzaehlte und demonstrierte - es gibt keine Schrift, die praktiziert wird. Die Sprache wird nur gesprochen und er wuchs damit in seiner Familie auf. Eine Regel heisst, wenn er einen Maya in seiner Sprache anspricht, muss dieser in Maya antworten. Es waere eine Beleidigung, in Spanisch zu antworten.
Nach dieser Verkaufsveranstaltung durften wir endlich in einem "Cenote" schwimmen. Dieser unterirdische See, der im Kalkstein gebildet wurde, ist etwa in 25 m Tiefe und selbst ca.40 Meter tief. Im Halbdunkel zu schwimmen unter herunterhaengenden Schlingpflanzen ist etwas ganz besonderes und bei den tropischen Temparaturen hier sehr erfrischend. Leider hatten wir nur eine halbe Stunde, denn wir mussten zur Touristenspeisung an einem allerdings sehr guten Buffet. Zeit: 45 Minuten, einschliesslich Vorfuehrung von Folkoretaenzen aus der Region. Keine Mayataenze, denn diese gibt es eigentlich nicht mehr, sondern unter anderen einen Baendertanz! Schade, wir haetten gerne mehr gesehen. Der Zeitplan sah jetzt aber Besichtigung vor, also fanden wir uns in der spanischsprachigen Fuehrung ein, denn da waren wesentlich weniger Leute.(Die andere war in Englisch) Zwei Ehepaare aus Equador waren darunter, ein Arzt hatte in Goettingen gearbeitet und sprach gleich Deutsch mit uns!
Fuer mich war das Juego de Pelota (Ballspiel) interessant, denn der Ballspielplatz war ausserordentlich beeindruckend. Der Guide war der Ansicht, dass der Kapitaen der siegenden Mannschaft geopfert wurde, denn dies war der absolute Hoehepunkt einer professionellen Spielerkarriere und eine grosse Ehre. Na ja!
Die ganze Anlage zu erklaeren waere zu viel des Guten, also, selber nachlesen! Uns hat es sehr gefallen und die ganze Tour war sehr gut organisiert, obwohl natuerlich der Verkauf von Produkten auch dazu diente, das Gehalt des Hauptguide im Bus aufzubessern. Auf der Rueckfahrt kamen wir an den Hotels der anderen Tourteilnehmer vorbei, es ist schon erstaunlich, was hier innerhalb von 20 Jahren geschaffen worden ist. Urlaub wollte ich allerdings hier in dieser sterilen Atmosphaere nicht machen.
Wir entschlossen uns, am naechsten Tag auf die Isla Mujeres noerdlich von Cancún zu fahren, ein eher ruhigeres Gebiet und jetzt zur Nebensaison ueberhaupt nicht ueberlaufen. Eine gute Entscheidung!

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