México DF 24.10./25.10.




Heute war Kultur Pur angesagt. Zuerst fuhren wir ins Museo de Antropología um uns eines der weltbekanntesten Museen anzuschauen. Es faengt an mit dem Beginn der Menschheit (Lucy aus Afrika in voller Groesse - Friedel war begeistert! Die Venus von Willendorf war auch in Kopie ausgestellt) und geht dann weiter mit der Besiedlung von Amerika (Theorie der Besiedlung ueber die Beringstrasse) und die Entstehung der verschiedenen Kulturen und Voelker in Amerika. Dazu sieht man phantastische Fundobjekte der Tolteken, Mexicas, Olmeken, Mayas etc. Besonders interessiert hat mich das Ballspiel der Tolteken (juego de pelota), wo ein Kautschukball mit der Huefte durch einen in der Seitenwand des Spielfelds angebrachten Ring befoerdert werden musste. Im Spiel wird der Lauf der Sonne simuliert und es dauert vom Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Danach wurden Menschenopfer gebracht - d.h. man sollte wohl nicht verlieren! Ausserdem gibt es einen grossen Bereich zu den Etnien (einheimischen Voelkern), in dem die Lebensweise und ihre Rituale dargestellt werden. Wir sahen viel ueber die Taenze der Indígenas (Indiostaemme), ihre Kleidung, Handwerk, Ernaehrung und Sprache. Leider war die Zeit viel zu kurz fuer dieses tolle Museum. Wie im Britischen Museum koennte man hier tagelang bleiben.
Mit dem Taxi liessen wir uns danach zum Casa Azul Frida Kahlo y Diego Rivera bringen. Dort lebte und arbeitete Frida Kahlo bis zu ihrem Tod im Jahre 1954. Wir waren sehr beeindruckt vom Haus und dem Garten - dies ist schon ein Kunstwerk fuer sich!
Mit der Metro fuhren wir ins Hotel zurueck. Taxi und Metrofahren in der Stadt ist ein Erlebnis! In der Metro ging ein Vater mit seinem kleinen Sohn singend von Waggon zu Waggon, um ein paar Pesos zu erbetteln.
Abends gingen wir noch ins Palacio de Bellas Artes, um uns eine Auffuehrung des Ballet Folclórico Nacional de México anzuschauen. Es war ein zweistuendiges Feuerwerk von Taenzen aus der Geschichte Mexikos, darunter auch Choreografien zu aztekischen Taenzen, so wie sie sich die Choreografin vorgestellt hat. Die Musik, Taenzer/innen, Choreografien, Beleuchtung, Kostueme waren fantastisch. Wir kauften dazu die DVD, damit unsere Gruppe in Ummendorf auch in den Genuss kommt. Wir sahen naehmlich eine Choreografie von Jesusita en Chihuahua wie wir sie noch nie gesehen hatten! Wir tanzen es etwas volksnaher! In der Naehe des Theaters findet zur Zeit ein Hungerstreik von Lehrern aus Oaxaca statt. Sie informieren ueber die Unterrichtssituation und ueber die Lebessituation der Menschen allgemein. Es ist schon unglaublich, wie unverantwortlich manche Gouverneure mit ihrem Volk umgehen, (soweit wir dies aus unserer Perspektive beurteilen koennen).
Am Mittwoch fuhren wir mit einer Gruppe von 10 Leuten (aus Japan, Daenemark, Wales) zu den Pyramiden von Teotihuacatán. Unterwegs sahen wir noch die Basilika von der Virgen de Guadalupe, eine moderne Kirche, die schon Papst Johannes Paul II besuchte, um San Diego heilig zu sprechen (ein Indio, dem die Jungfrau Maria erschien). Hinter dem Altar im Untergeschoss fuhren wir mit dem Fliessband an dem Marienbild vorbei und wieder zurueck. Waehrenddessen fand oben ein Gottesdienst fuer die vielen Pilger statt!
Von den Pyramiden in Teotihuacatán waren wir absolut begeistert. Beide Pyramiden bestiegen wir, die Pirámide del Sol y de la Luna. Die Anlage ist nur zu 10% ausgegraben und ist trotzdem enorm gross. Sie wurde 200 vor Christus begonnen und im Jahre 600 nach Ch von anderen Voelkern angegriffen und spater von den Azteken uebernommen. Mit dem Fuehrer kamen wir ins Gespraech und er erzaehlte uns, dass er Antroplogie studiert habe. Er erklaerte uns nochmals einige Dinge, die wir in der Schnelle nicht ganz kapiert hatten. Diese Fuehrung war sehr professionell und hat sich gelohnt.

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