Puebla 29./30.10


Gestern sind wir mit dem Bus bei schoenstem Wetter nach Tlaxcala im Norden von Puebla gefahren, um uns einen Ausgrabungsort anzusehen, der uns von einem ehemaligen Kollegen in der hiesigen deutschen Schule empfohlen wurde (Hallo, Stefan!). Wir sahen bei der Hinfahrt zum ersten Mal den Popocatépetl (mehr als 5500 m hoch!) und seinen Nachbarn (die liegende Frau) ohne Wolken. Er stiess zur Begruessung auch gleich eine Rauchwolke aus. Vom Busbahnhof in Tlaxcala fuhren wir mit dem Taxi zur Pyramide und fanden heraus, dass es am Sonntag nichts kostet. Wir streiften allein durch das Gelaende, gingen erst in das kleine Museum und dann zum ausgegrabenen Teil, dem ein Dach von deutschen Ingenieuren gebaut worden war. Wir sahen sehr gut erhaltene Wandmalereien und von oben sahen wir das Gebiet drumherum, das von Landwirtschaft gepraegt ist. Zum Teil sieht man noch Terassenfelder, die bereits von den praehispanischen Voelkern angelegt worden waren. Ein Restaurant auf dem Gelaende bot ein Mittagsmenue an, und wir nutzten die Gelegenheit. Der Wirt gab uns ein Fernglas, damit wir besser die Vulkane sehen konnten. Langsam wurde es diesig, aber der Blick ist schon beeindruckend. Danach fuhren wir in einem Kleinbus (colectivo) in die Stadt zurueck. Am Anfang waren wir allein, doch bis kurz vor der Stadt fuellte sich das Fahrzeug mit 15 Leuten - das geht! Wir sassen auf einem Sitz auf dem Motorblock hinten, nicht gerade angenehm fuer den Ruecken. Immer noch besser als ein Maedchen, das ziemlich lange gebueckt stehen musste. Wir schauten uns die Altstadt an und gingen auf den Kirchberg hinauf. Von oben konnten wir in die Stierkampfarena sehen. In Tlaxcala feiert man es aehnlich wie in Pamplona, wo die Stiere durch die Gassen getrieben werden. Die Absperrungen waren schon da, doch das Spektakel fand erst spaeter statt.
Zur Zeit werden die Altaere (ofrendas) fuer die Feier des Día de los Muertos vorbereitet. Ueberall haengen Skelette und Totenkoepfe herum. Fuer uns ein ungewoehnlicher Anblick, da die Altaere wild verziert und oft bestimmten Personen gewidmet sind, wenn sie in der Oeffentlichkeit ausgestellt werden. Ausserdem gibt es das fuer diese Zeit typische Brot und Suessigkeiten zu kaufen.
Die Heimfahrt traten wir wieder mit einem normalen Bus an, die wirklich oft (alle 10 Minuten) nach Puebla fahren.
Heute, Montag, war Zahnarzt angesagt. Leider erfuhr ich nichts gutes! Zwei Zaehne muessen gerichtet werden, und der Zahnarzt der deutschen Schule schickte mich erst einmal zu einem Kollegen, damit der sich die Sache auch ansieht. Dieser ist Absolvent von Harvard in den USA. Beide Aerzte machen einen sehr guten Eindruck. Morgen habe ich jeweils einen Termin bei beiden. Sie haben sich die Arbeit aufgeteilt, da ich bis Ende November fit sein muss fuer die Reise nach Chile und von dort nach Argentinien. Ich bin zuversichtlich, dass die das hinkriegen.
Morgen werde ich wohl nichts schreiben. Zwei Termine muessen erst einmal verkraftet werden.










