Sabbateln mit Friedel und Horst

Monday, October 30, 2006

Puebla 29./30.10



Gestern sind wir mit dem Bus bei schoenstem Wetter nach Tlaxcala im Norden von Puebla gefahren, um uns einen Ausgrabungsort anzusehen, der uns von einem ehemaligen Kollegen in der hiesigen deutschen Schule empfohlen wurde (Hallo, Stefan!). Wir sahen bei der Hinfahrt zum ersten Mal den Popocatépetl (mehr als 5500 m hoch!) und seinen Nachbarn (die liegende Frau) ohne Wolken. Er stiess zur Begruessung auch gleich eine Rauchwolke aus. Vom Busbahnhof in Tlaxcala fuhren wir mit dem Taxi zur Pyramide und fanden heraus, dass es am Sonntag nichts kostet. Wir streiften allein durch das Gelaende, gingen erst in das kleine Museum und dann zum ausgegrabenen Teil, dem ein Dach von deutschen Ingenieuren gebaut worden war. Wir sahen sehr gut erhaltene Wandmalereien und von oben sahen wir das Gebiet drumherum, das von Landwirtschaft gepraegt ist. Zum Teil sieht man noch Terassenfelder, die bereits von den praehispanischen Voelkern angelegt worden waren. Ein Restaurant auf dem Gelaende bot ein Mittagsmenue an, und wir nutzten die Gelegenheit. Der Wirt gab uns ein Fernglas, damit wir besser die Vulkane sehen konnten. Langsam wurde es diesig, aber der Blick ist schon beeindruckend. Danach fuhren wir in einem Kleinbus (colectivo) in die Stadt zurueck. Am Anfang waren wir allein, doch bis kurz vor der Stadt fuellte sich das Fahrzeug mit 15 Leuten - das geht! Wir sassen auf einem Sitz auf dem Motorblock hinten, nicht gerade angenehm fuer den Ruecken. Immer noch besser als ein Maedchen, das ziemlich lange gebueckt stehen musste. Wir schauten uns die Altstadt an und gingen auf den Kirchberg hinauf. Von oben konnten wir in die Stierkampfarena sehen. In Tlaxcala feiert man es aehnlich wie in Pamplona, wo die Stiere durch die Gassen getrieben werden. Die Absperrungen waren schon da, doch das Spektakel fand erst spaeter statt.
Zur Zeit werden die Altaere (ofrendas) fuer die Feier des Día de los Muertos vorbereitet. Ueberall haengen Skelette und Totenkoepfe herum. Fuer uns ein ungewoehnlicher Anblick, da die Altaere wild verziert und oft bestimmten Personen gewidmet sind, wenn sie in der Oeffentlichkeit ausgestellt werden. Ausserdem gibt es das fuer diese Zeit typische Brot und Suessigkeiten zu kaufen.
Die Heimfahrt traten wir wieder mit einem normalen Bus an, die wirklich oft (alle 10 Minuten) nach Puebla fahren.
Heute, Montag, war Zahnarzt angesagt. Leider erfuhr ich nichts gutes! Zwei Zaehne muessen gerichtet werden, und der Zahnarzt der deutschen Schule schickte mich erst einmal zu einem Kollegen, damit der sich die Sache auch ansieht. Dieser ist Absolvent von Harvard in den USA. Beide Aerzte machen einen sehr guten Eindruck. Morgen habe ich jeweils einen Termin bei beiden. Sie haben sich die Arbeit aufgeteilt, da ich bis Ende November fit sein muss fuer die Reise nach Chile und von dort nach Argentinien. Ich bin zuversichtlich, dass die das hinkriegen.
Morgen werde ich wohl nichts schreiben. Zwei Termine muessen erst einmal verkraftet werden.

Saturday, October 28, 2006

Puebla 26.10.- 28.10.

Heute sind wir mit einem Luxusbus (fuer uns zumindestens) von México DF in zwei Stunden bis Puebla gefahren. Unterwegs wurde mit Computertechnik eine DVD gezeigt, allerdings beschaeftigte ich mich mit einer mexikanischen Zeitung. Die Busverbindungen hier sind einmalig und werden dementsprechend auch genutzt. Vom Busbahnhof fuhren wir dann ins Hotel Colonial, ein ehemaliges Klostergebaeude und jetzt zum Hotel umfunktioniert. Viele alte Moebel sind erhalten und die Zimmer sind sehr rustikal aber gut eingerichtet. Abends zum Essen spielt eine mexikanische Gruppe Folkloremusik fuer die vielen Touristen, die hier jeden Tag durchgeschleust werden. Wir bleiben etwas laenger, deshalb faellt uns das auf. Das historische Zentrum gehoert zum Weltkulturerbe der Menschheit und nach einer Stadtrundfahrt und einigen Spaziergaengen verstehen wir, warum. Fuer den Schueleraustausch des Wieland Gymnasiums mit dem Colegio Alemán ist dies wirklich eine schoene und interessante, sowie moderne Stadt! Endlich hatte ich Gelegenheit, selbst einmal die Schule kennenzulernen! Wir hatten ein sehr interessantes Gespraech mit dem Schulleiter, der uns ueber die Schulentwicklung bis zum Jahr 2011 informierte und die Schwierigkeiten, bestimmte Dinge zu verwirklichen. Er war sehr offen und zeigte sich interessiert, wie es uns geht. Mit dem Beauftragten des Schueleraustauschs hatten wir auch Gelegenheit zu reden. Leider sind naechste Woche Ferien in der Schule, so dass sich keine Gelegenheit mehr zu einem weiteren Besuch bietet.
Heute, Samstag, besuchten wir die vom Volumen her groesste Pyramide der Welt. Man sieht einen grassbewachsenen Huegel, auf dem eine christliche Kirche von Hernán Cortés gebaut wurde. Das Interessante dabei ist aber, dass man das Innere der Pyramide in Tunneln begehen kann. Diese wurden schon von den Erbauern angelegt. Der sogenannte Guía, der uns mit einem altersschwachen VW Bus hinfuhr, konnte leider nicht mit dem Fuehrer der Pyramiden von Teotihuacatán mithalten. Aber er war sehr nett und erzaehlte uns, dass er drei Monate als Illegaler in New York arbeitete, bevor er das Land wieder verlassen musste. Wir wollen noch bis Dienstag in Puebla bleiben, denn mir blueht ein Zahnarzttermin am Montag. Danach wollen wir nach Veracruz weiterreisen.
Uebrigens: Wenn wir durch die Stadt gehen, freut sich Friedel, dass sie hier als gross und schlank gilt.

Friday, October 27, 2006

México DF 24.10./25.10.





Heute war Kultur Pur angesagt. Zuerst fuhren wir ins Museo de Antropología um uns eines der weltbekanntesten Museen anzuschauen. Es faengt an mit dem Beginn der Menschheit (Lucy aus Afrika in voller Groesse - Friedel war begeistert! Die Venus von Willendorf war auch in Kopie ausgestellt) und geht dann weiter mit der Besiedlung von Amerika (Theorie der Besiedlung ueber die Beringstrasse) und die Entstehung der verschiedenen Kulturen und Voelker in Amerika. Dazu sieht man phantastische Fundobjekte der Tolteken, Mexicas, Olmeken, Mayas etc. Besonders interessiert hat mich das Ballspiel der Tolteken (juego de pelota), wo ein Kautschukball mit der Huefte durch einen in der Seitenwand des Spielfelds angebrachten Ring befoerdert werden musste. Im Spiel wird der Lauf der Sonne simuliert und es dauert vom Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Danach wurden Menschenopfer gebracht - d.h. man sollte wohl nicht verlieren! Ausserdem gibt es einen grossen Bereich zu den Etnien (einheimischen Voelkern), in dem die Lebensweise und ihre Rituale dargestellt werden. Wir sahen viel ueber die Taenze der Indígenas (Indiostaemme), ihre Kleidung, Handwerk, Ernaehrung und Sprache. Leider war die Zeit viel zu kurz fuer dieses tolle Museum. Wie im Britischen Museum koennte man hier tagelang bleiben.
Mit dem Taxi liessen wir uns danach zum Casa Azul Frida Kahlo y Diego Rivera bringen. Dort lebte und arbeitete Frida Kahlo bis zu ihrem Tod im Jahre 1954. Wir waren sehr beeindruckt vom Haus und dem Garten - dies ist schon ein Kunstwerk fuer sich!
Mit der Metro fuhren wir ins Hotel zurueck. Taxi und Metrofahren in der Stadt ist ein Erlebnis! In der Metro ging ein Vater mit seinem kleinen Sohn singend von Waggon zu Waggon, um ein paar Pesos zu erbetteln.
Abends gingen wir noch ins Palacio de Bellas Artes, um uns eine Auffuehrung des Ballet Folclórico Nacional de México anzuschauen. Es war ein zweistuendiges Feuerwerk von Taenzen aus der Geschichte Mexikos, darunter auch Choreografien zu aztekischen Taenzen, so wie sie sich die Choreografin vorgestellt hat. Die Musik, Taenzer/innen, Choreografien, Beleuchtung, Kostueme waren fantastisch. Wir kauften dazu die DVD, damit unsere Gruppe in Ummendorf auch in den Genuss kommt. Wir sahen naehmlich eine Choreografie von Jesusita en Chihuahua wie wir sie noch nie gesehen hatten! Wir tanzen es etwas volksnaher! In der Naehe des Theaters findet zur Zeit ein Hungerstreik von Lehrern aus Oaxaca statt. Sie informieren ueber die Unterrichtssituation und ueber die Lebessituation der Menschen allgemein. Es ist schon unglaublich, wie unverantwortlich manche Gouverneure mit ihrem Volk umgehen, (soweit wir dies aus unserer Perspektive beurteilen koennen).
Am Mittwoch fuhren wir mit einer Gruppe von 10 Leuten (aus Japan, Daenemark, Wales) zu den Pyramiden von Teotihuacatán. Unterwegs sahen wir noch die Basilika von der Virgen de Guadalupe, eine moderne Kirche, die schon Papst Johannes Paul II besuchte, um San Diego heilig zu sprechen (ein Indio, dem die Jungfrau Maria erschien). Hinter dem Altar im Untergeschoss fuhren wir mit dem Fliessband an dem Marienbild vorbei und wieder zurueck. Waehrenddessen fand oben ein Gottesdienst fuer die vielen Pilger statt!
Von den Pyramiden in Teotihuacatán waren wir absolut begeistert. Beide Pyramiden bestiegen wir, die Pirámide del Sol y de la Luna. Die Anlage ist nur zu 10% ausgegraben und ist trotzdem enorm gross. Sie wurde 200 vor Christus begonnen und im Jahre 600 nach Ch von anderen Voelkern angegriffen und spater von den Azteken uebernommen. Mit dem Fuehrer kamen wir ins Gespraech und er erzaehlte uns, dass er Antroplogie studiert habe. Er erklaerte uns nochmals einige Dinge, die wir in der Schnelle nicht ganz kapiert hatten. Diese Fuehrung war sehr professionell und hat sich gelohnt.

Monday, October 23, 2006

México DF 23.10.


Tatsaechlich hat es noch mit dem Flug mitten in der Nacht geklappt. Um 1.30.00 Uhr flogen wir weg in San José und um 5.00 waren wir dann in México DF, Ortszeit, da in México Sommerzeit ist.Mit dem Taxi fuhren wir ins Hotel und konnten dann endlich um halb sieben ins Bett fallen. Um 10.30 Uhr waren wir dann wieder auf den Beinen und haben uns die Gegend ums Hotel angeschaut. Es liegt sehr zentral, 5 Minuten vom Zócalo, dem zentralen Platz in México, entfernt. Wir schauten uns gleich die Wandmalereien von Diego Rivera im Regierungspalast an - sehr sehenswert! Ansonsten liessen es wir heute langsam angehen und morgen werden wir in die beruehmten Museen der Stadt gehen, wie das Museum Frida Kahlo.

Sunday, October 22, 2006

Manuel Antonio / Parque Nacional 21.10./22.10.


Um 7.45 Uhr wurden wir am Samstag von einem Fuehrer des Parque Nacional mit dem Minibus abgeholt zu der Fuehrung durch den Park, der an der Kueste gelegen ist. Friedel und ich waren die exklusiven Gaeste der Fuehrung, da sich anscheinend um diese Zeit noch keiner der anderen Touristen dafuer entscheiden konnte. Efraín, unser guia, ist der Enkel des Initiators des Parks und er lebte im Urwald im Haus seiner Eltern bis er 11 Jahre alt war. Wir bemerkten auch sofort, wie gut er die Gegend und die Tiere kannte. Er sah Dinge, die wir alleine nie entdeckt haetten! Mit dem Teleskop brachte er uns Insekten nahe, die so gut an die Umgebung angepasst sind, dass es sogar schwer war sie durch das Teleskop zu entdecken. Basiliskos zeigte er uns, die ueber das Wasser laufen koennen, ausserdem sahen wir weisse Ibisse, einen Kaimán, Iguanas (Echsen), Strand - und Flusskrebse, Termiten, Faultiere, Affen (monos cara blanca), einen Aguito (eine Art Biber ohne Schwanz), fuer uns unbekannte Spinnen etc. Drei Stunden nahm er sich fuer uns Zeit und sie verging wie im Flug. Wir hatten Glueck, denn es regnete nicht waehrend der Fuehrung, erst wieder am Abend.
Heute Sonntag, wurden wir persoenlich von dem Angestellten des Reisebueros, bei dem wir die Reise gebucht hatten, am Hotel abgeholt. Mit seinem Privatwagen fuhr er uns zurueck nach San José, begleitet von seiner Freundin. Alles hat geklappt wie es mit ihm besprochen war und auch die Buchung der uebrigen Fluege hat er fuer uns erledigt. Wir freuten uns ueber den ausgezeichneten Service und taten dies auch kund. Ueberhaupt ist das grosse Plus hier in Costa Rica, dass die Leute sehr offen sind und sehr kommunikativ. Dies nehmen wir als ausgesprochen gute Erfahrung mit. Leider gibt es hier auch Armut und die Finanzkraft der normalen Leute ist nicht sehr hoch. Gestern las ich in der Zeitung, dass der Staat nur 1,7% seiner Ausgaben fuer die Gemeinden bereitstellt. Kein Wunder, dass die Strassen dort allgemein sehr schlecht sind. Wir werden auf alle Faelle nach unserer Rueckkehr Kaffee aus Costa Rica kaufen, denn er wird biologisch angepflanzt und der Geschmack ist ausgezeichnet.
Trotz aller Probleme ist Costa Rica Einwanderungsland fuer die Nachbarstaaten Nicaragua und Panamá, was natuerlich weitere Probleme schafft. Ueber all diese Dinge konnten wir uns auf der Rueckfahrt auch mit unserem Chauffeur unterhalten, der sehr interessiert war an Deutschland. Vielleicht koennen wir ihn und seine Frau mal bei uns begruessen.
Unser Flug sollte um 18.30 Uhr losgehen, doch aufgrund des Wetters musste das uns abholende Flugzeug in San Salvador landen und wir wurden in ein Hotel verfrachtet, wo es etwas zu essen gab und wir ein Zimmer erhielten, bis wir wieder abgeholt werden um kurz vor 24.00 Uhr. Unserem Hotel in Mexiko Stadt konnten wir anrufen, dass wir wohl erst um 6.00 Uhr morgens ankommen werden. Fuer die Kosten des Hotels etc. kommt die Costarikanische Fluggesellschaft auf. Deshalb sitze ich jetzt in der Lounge des Hotels und schreibe euch diese Zeilen. Prompt haben wir unter den Fluggaesten eine Mexikanerin kenngelernt, die auf der Deutschen Schule in Mexiko Stadt war und jetzt als Beraterin in Sexualfragen und Aufklaerung arbeitet. Sie war auf einem Kongress hier in San José und freut sich, mit uns ein bisschen Deutsch zu sprechen.Wir sprachen sie an, da sie ein Buch mit der Venus von Willendorf auf dem Einband las. Das Tolle an der Reise sind vor allem die Begegnungen mit anderen Menschen und die Unterhaltungen mit ihnen. Wir hoffen, dass es in Mexiko aehnlich weitergeht wie bisher und dass wir gesund bleiben.

Friday, October 20, 2006

Manuel Antonio / Pazifikkueste 19./20.10.

Die Fahrt hierher war relativ beschwerlich, da die ersten 30 Kilometer der Strasse mit Schlagloechern uebersaet war und die asphaltierte Strasse erst danach an der Kueste begann. Das Hotel California, in dem wir sind, ist sehr angenehm. Hier an der Kueste ist es sehr schwuelwarm und gestern hat es den ganzen Tag geregnet. Heute morgen allerdings konnten wir unseren Waschgang im Sonnenschein erledigen. Im Hotel wollen sie fuer das Waschen eines Hemds mehr als zwei Dollar, also gingen wir in einen Waschsalon und wuschen sie dort. Der Trockner braucht doppelt so lange wie das Waschen, doch wir haben uns dafuer mit der Angestellten und ihren Toechtern praechtig unterhalten! Danach war Strand angesagt, bis der Regen kam. Mit dem Bus fuhren wir die 6 Kilometer an den Pazifik und wir liessen uns gleich mal am Strand massieren! Man goennt sich ja sonst nichts! Morgen nehmen wir an einer Fuehrung durch den Parque Nacional teil und wir hoffen, dass das Wetter so ist wie bis heute um 15.42 Uhr. Jetzt schuettet es gerade wieder!

Wednesday, October 18, 2006

Santa Elena / Monteverde 17.18./10.



Heute sind wir ueber Bruecken gewandert, die durch den Regenwald fuehren. Man konnte die Urwaldvegatation von oben sehen, was einen ganz anderen Eindruck vermittelt. Deswegen nur die Fotos dazu, da wir endlich einen guten Internetzugang haben, wo wir Bilder veroeffentlichen koennen. Hier regnet es wirklich die ganze Zeit. Eine Kaffeplantage besichtigten wir auch. Ein Kubaner hat die Fuehrung gemacht und sie war sehr interessant.

Tuesday, October 17, 2006

Arenal /La Fortuna 15.10. - 16.10.


Die Fahrt zum Parque Nacional Arenal war zwar lang, doch sehr schoen. Zuerst ging es 1,5 Stunden mit dem Boot durch den Regenwald, danach fuhren wir zwei Stunden weiter im Minibus und wir verliessen dann die anderen Mitreisenden an einer Kreuzung, wo uns bereits der naechste Minibus erwartete. Unterwegs sahen wir hunderte von Sperbern und Falken auf dem Vogelzug nach Suedamerika (v.a. Argentinien). Ein Passagier war Biologe und zeigte es uns, sonst waere es uns gar nicht aufgefallen. Der Fahrer danach freute sich, dass wir uns fuer die Landwirtschaft interessieren und er zeigte uns eine Yuccaplantage, wobei er uns die Ernte und die Planzung erklaerte. Ausserdem fuhr er noch einen kleinen Umweg und wir konnten die Riesenechsen (Iguanas) in Baeumen aus naechster Naehe betrachten und fotografieren.Sobald man hier mit den Leuten in ihrer Sprache spricht, oeffnen sich sofort die Tueren!
Am Abend besuchten wir im Ort des Hotels, La Fortuna, ein Rodeo, etwas sehr spezielles hier in Costa Rica. Zwoelf Reiter von Stieren wird je ein Tier zugelost, das sie in einem kleinen Pferch besteigen und dann einhaendig oder freihaendig (!!!) versuchen, sich mindestens 8 Sekunden auf dem Stier zu halten. Das Ganze findet in einer Arena statt, fast wie der Stierkampf in Spanien, nur eben unblutig (falls der Reiter nicht abgeworfen wird, wie es auch passierte) Wenn der Reiter vom Stier absteigt oder abgeworfen wird, lenken seine Mitstreiter den Stier ab und er wird dann von zwei Reitern mit dem Lasso eingefangen und aus der Arena geschafft. Faszinierend, doch nach 9 Stieren sind wir gegangen, da wir muede wurden. Soviel Aufregung ist dann doch nichts!
Am naechsten Tag, Montag, gingen wir zu Fuss in tropischer Hitze zu einem Wasserfall 5 Kilometer ausserhalb von La Fortuna. Es ging bergauf und wir waren total durchgeschwitzt, als wir am Eingang zum Wasserfall ankamen. Der "Catarata" ist etwa 40 Meter hoch und im See darunter kann man baden, was Friedel und ich prompt taten. Das Wasser war erfrischend kuehl und wir erholten uns rasch von der Wanderung. Zur Zeit ist eine Franzoesin mit uns unterwegs, die dieselbe Tour gebucht hat. Da sie kein Englisch und Spanisch spricht ist sie froh, dass sie sich an uns haengen kann. Doch Franzoesich zu sprechen faellt uns jetzt schwer, da wir es mit dem Spanischen durcheinander bringen. Ein bisschen klappt es ja, doch diese beiden Sprachen wollte ich nicht parallel unterrichten!
Am Nachmittag stand die Besichtigung des Vulkans Arenal auf dem Programm. Zuerst fuhren wir mit dem Bus und 10 weiteren Passagieren auf die Seite des Vulkans, von wo aus man die Eruptionen verfolgen kann. Wir hatten ausgesprochenes Glueck, denn der Himmel war klar und bei Anbruch der Daemmerung sah man die gluehende Lava den Berg herunterrollen. In den Bueschen in der Naehe blinkten die Gluehwuermchen und man hoerte die Felsbrocken poltern. Dieses Schauspiel genossen wir dann wenig spaeter in einem Thermalbad in einem Becken sitzend und dies noch bei Stromausfall mit Kerzenlicht! ¡Qué romántico!

Saturday, October 14, 2006

Turtle Beach Lodge 14.10.


Um fuenf Uhr hiess es heute aufstehen, denn eine Dreiviertelstunde spaeter gingen wir auf eine Bootstour durch den Regenwald. Die Sonne stand noch nicht ueber den Baeumen, deshalb waren die Temparaturen noch angenehm. Wir sahen Ibise, andere fuer uns unbekannte Voegel und wieder Kaimane,Echsen und Wasserschildkroeten. Die Zeit, in der die Seeschildkroeten ihre Eier am Strand legen, ist vorbei. So mussten wir wenigstens nicht mitten in der Nacht raus aus dem Bett. Ein Spaziergang durch den Dschungel war heute auch angesagt. Die Fuehrerin schaerfte uns am Anfang der Tour ein, dass wir ja nichts am Rand des Trails beruehren sollen, es koennten Schlangen sein! Es liessen sich aber keine blicken! Trotzdem folgten wir den Anweisungen , brav wie wir sind, und stapften mit Gummistiefeln durch den Wald. Der Schweiss kam aus allen Poren, doch es lohnte sich. Wir lernten einiges ueber die Flora des Urwalds, vor allem lernten wir die "Palma Caminante" kennen, die "Wanderpalme". Sie folgt dem Licht und verliert ihre Wurzeln im Schatten, wobei sie neue im Licht bildet. Affen ("Spinnenaffen" im Spanischen)turnten in den Baeumen herum, sogar eine Affenmama mit ihrem Jungen auf dem Ruecken.
Nach der Rueckkehr aus der Sauna sprangen wir erst einmal in den Pool um uns "abzukuehlen" bei ca. 26 Grad Wassertemperatur. Das Meer ist genauso warm, nur ist die Stroemung hier so unberechenbar, dass man nicht baden darf. Eine Siesta war nach diesen vielen Eindruecken noetig. Ein Strandspaziergang am Atlantik rundete den Tag ab.

Friday, October 13, 2006

Tortuguero (Turtle Beach Lodge) 13.10.



Dies ist heute der erste Blog aus dem Urwald. Die Daten werden getrommelt und dann digitalisiert! Bereits um 6.00 Uhr sollte es losgehen, aber es wurde dann doch 6.30 Uhr, bis der Bus eintraf, der uns mit Hollaendern, einer Franzoesin und drei Costaricenses in vier Stunden in den Nordosten ans Meer brachte.Allerdings ging der letzte Teil der Fahrt ueber zwei Fluesse mit dem Boot durch den Regenwald. Dazu brauchten wir ca. 1,5 Stunden. Die Anlage hier ist sagenhaft, am Rand des Dschungels mit Blick zum Meer und absolut isoliert von anderen Orten. Es gibt Strom und Wasser und sogar Internetverbindung. Der Nachmittag verging mit Baden im Pool (im Meer ist es verboten wegen der gefaehrlichen Stroemungen) und sich Erholen von der Anfahrt. Der Busfahrer musste vor der Rueckfahrt noch einen Platten reparieren, den er sich ganz am Schluss eingefangen hatte! Uns hat man zu den Costaricenses gesetzt, da wir uns mit ihnen unterhalten koennen. Unsere Guia ist ein blutjunges Maedchen, die sich in Touristenpaedagogik uebt, dies aber sehr geschickt und ruhig ueber die Buehne bringt. Ihr Englisch ist super und sie hat uns unterwegs einiges ueber das Land erzaehlt. Die ersten Mueckenstiche haben wir erhalten, doch nachts soll es angenehm sein, da die Zimmer mit Mueckengittern aussen versehen sind. Die Kueche ist sehr gut und bekoemmlich, mal sehen, ob wir ohne Montezumas Rache davon kommen.

Thursday, October 12, 2006

San Jose / Costa Rica 12.10.



Heute hatten wir volles Programm, denn wir waren auf einer Tour, die sehr interessant war.Zuerst wurden wir um 6.30 Uhr am Hotel abgeholt. Dann fuhren wir noch zu andern, besseren Hotels, um den Rest der Tourmitglieder abzuholen, Gran Hotel etc.Wir logieren im Best Western in einem ziemlich ueblen Viertel.Ohne Taxi laeuft da nichts!Zuerst fuhren wir von den etwa 1000 m, auf denen San Jose liegt, auf ca. 2000 m zum Fruehstueck mit einem tollen Blick auf das Valle Central. Danach ging es zu einem erloschenen, oder besser inaktive Vulkan. Leider konnten wir nicht in den Krater sehen, da fuenf Minuten zuvor der Nebel aufzog.So bewunderten wir eben den oberschwaebischen Nebel! Der naechste Punkt war der Spaziergang zu zwei Wasserfaellen im Regenwald mit Besuch von einem Schmetterlingshaus,Schlangenterrarien und Kolibristation.Die Temperatur war erstaunlich angenehm, ich hatte es mir anders vorgestellt.Nach diesem ersten Erlebnis mit Regenwald fuhren wir nach Norden in Richtung Grenze Nicaragua und von dem Ort Puerto Viejo aus fuhren wir auf einem Fluss mit einem Motorboot zwei Stunden Richtung Grenze um Voegel und Krokodile zu beobachten - beeindruckend! Das Mittagessen war typisch fuer die Region, mit Reis und Bohnen, Fleisch und Gemuese.Ausserdem gab es den guten Kaffee aus Costa Rica.Ein kleiner Ausritt mit Pferd zur Verdauung war auch dabei! Zurueck ging es wieder mit Boot. Gleich bei der Anlegestelle lag ein Kaiman am Ufer, den wir aus naechster Naehe anschauen konnten . Eine Mitreisende fragte, ¿es de plástico? Die Rueckfahrt mit dem Minibus ging auf einer Strasse mitten durch einen Parque Nacional. Die Strecke war in den letzten zwei Tagen wegen Erdrutschen gesperrt. Die Auswirkungen konnten wir noch sehen. Es regnete auch wieder heftig, wie jeden Tag. Heute hatten wir Glueck, es fing spaeter an als sonst.
Ansonsten sind wir schon etwas deprimiert, wenn man den Unterschied sieht zwischen dem Teatro Nacional,dem angeblich schoensten Gebaeude der Stadt, und den Bankgebaeuden hier. Aber wir gebend fleissig Trinkgelder. Fuer heute muss es reichen, denn ein anderer Kunde wartet auf den Computer!

Wednesday, October 11, 2006

Costa Rica/San Jose 11.10.


Am spaeten Montagabend sind wir nach einem langen Flugtag in der Hauptstadt angekommen. Da ich vorher etwas gelesen hatte im Costa Rica for Dummies, waren wir am Flughafen so gut informiert,dass wir gleich in das richtige Taxi stiegen und nicht schon am Anfang betrogen wurden. Die Gegend, in die das Taxi fuhr, war nicht vielversprechend. Leider stand das nicht im Internet bei den Hinweisen zum Hotel dabei, als ich es buchte. Der Taxifahrer informierte uns, dass wir uns in einer Zona Roja gleich roten Zone befinden. Das Hotel ist allerdings in Ordnung und die Leute sind sehr hilfsbereit und freundlich. Wir merken, dass wir in den Tropen sind. Hohe Luftfeuchtigkeit und Regen, denn wir befinden uns im Winter, in der Regenzeit. Ab nachmittags um etwa drei Uhr faengt es an zu regnen und da wir heute keinen Regenschirm in der Stadt dabei hatten, verkaufte uns ein Strassenhaendler sofort einen schoenen Schirm fuer 4 $. Morgen werden wir einen gefuehrten Ausflug zum in der Naehe liegenden Vulkan machen und eine Kaffeplantage besuchen. Ausserdem haben wir den Rest unserer Reise in einem Reisebuero geplant. Bis 22.10. machen wir eine Rundreise hier in Costa Rica, danach fliegen wir nach Mexiko Stadt. Dort werden wir fuenf Wochen bleiben bevor es dann nach Santiago de Chile geht. Guatemala wollten wir auch besuchen, doch wird die Zeit dafuer zu knapp - ein anderes Mal!
Heute waren wir im Museo Nacional und haben uns ueber die Geschichte Costa Ricas informiert. Es befindet sich in der ehemaligen Kaserne der Haupstadt - wenn doch alle Kasernen zu Museen wuerden! Costa Rica hat keine Armee, leider ist die Infrastruktur der Stadt nicht besonders entwickelt. Vor allem die Strassen und die Gehwege sind katastrophal. Beim Essen in einem Lokal hat uns eine Sicherheitsbeamtin darauf hingewiesen, dass Friedel ihre Tasche im Blickfeld haben soll, ausserordentlich freundlich! Nur gut, dass wir spanisch sprechen, es erleichtert vieles!

Sunday, October 08, 2006

San Diego / Solana Beach 4.- 10.10.



Nachdem wir am Morgen das Wohnmobil abgegeben hatten und das neue Mietauto erhielten, machten wir uns auf den Weg nach San Diego. Dort trafen wir am Abend ein und wir stuerzten uns erst einmal in den Pool, um uns zu erfrischen. Wir wollten abends eigentlich mit unserer Gastgeberin zum Internationalen Folkloretanz, aber es gab soviel zu erzaehlen, dass wir zuhause blieben.
Am Mittwoch schauten wir uns die naehere Umgebung an, Strand etc., fuers Baden war es uns aber zu kalt. Am Donnerstag gingen wir in die Touristenattraktion Sea World mit ihrer beruehmten Show mit "Killerwalen" (Orcas). Die Dressur ist einmalig und hochinteressant. Was uns sehr viel Spass gemacht hat, war aber die Schau mit den Haustieren ("Pets Rules"). Es waren hier Hunde, Katzen, Tauben, Schweine zusammen in einer absolut witzigen und effektvollen Show zu sehen.
Am Freitag sahen wir uns einen Ort im Norden von San Diego mit seinem Pier und Strand an und am Samstag frischte ich meine seit 9 Jahren nicht mehr praktizierten Golfkenntnisse auf einem oeffentlichen Golfcourse auf. Der erste Schlag ging gleich weit ins Abseits - mit Aufsetzer auf der Strasse irgendwo ins Gebuesch! Sonst lief es aber gar nicht schlecht und es hat sehr viel Spass gemacht. Abends waren wir mit Wolfgang, unserem Gastgeber, bei einer deutschen Unternehmerfamilie zum Quiche - und Zwiebelkuchenessen eingeladen. Die Geschichten von Coyoten, Taranteln und Waschbaeren in der Nachbarschaft waren etwas makaber, denn die Coyoten pflegen die Hauskatzen zu holen, wenn diese nachts nicht im Haus eingesperrt sind. Ich kannte dies zwar schon aus der Literatur, doch wenn man es aus erster Hand erfaehrt, ist es was anderes.
Am Sonntag schauten wir uns ein paar interessante Stadtteile von San Diego an: Die aelteste Siedlung, eine von den Franziskanern Mitte des 18. Jahrhunderts gegruendete Missionsstation. Danach den Parque Balboa mit seinen Museen, Theatern und Parkanlagen - ausgesprochen sehenswert! Wir hatten Glueck, denn um 14.00 Uhr ist sonntags immer ein oeffentliches Orgelkonzert in einem Amphitheater mit der von der Stadt San Diego angestellten Organistin. Unter klassischen Stuecken spielte sie auch eine fuer Orgel arrangierte Version von Hey Jude von den Beatles. Anschliessend gingen wir Downtown zum Shopping - es gibt kein Sonntagsverkaufsverbot. Wir besorgten uns Reiseliteratur zu Costa Rica und Mexica. Den Tag bzw. angebrochenen Abend verbrachten wir im Seaport Village. Ein auf traditionell getrimmtes Hafenviertel direkt am Wasser mit der Skyline von Hyatt, Marriots etc im Hintergrund - bizarre, wie die Amerikaner sagen wuerden. Den Fisch, den wir dort essen konnten, war vorzueglich!
Morgen, Montag, werden wir uns noch etwas am Strand vergnuegen und uns auf die naechste Etappe einstimmen. Dienstagmorgen geht es dann frueh mit dem Flieger ueber Fort Worth/Dallas in Texas nach Costa Rica.

Wednesday, October 04, 2006

Joshua Tree National Park/ Los Angeles 1./2./3.10.



Die Fahrt vom Crand Canyon zum naechsten National Park fuehrte uns durch die Mojavewueste und es wurde unglaublich heiss. Unterwegs hielten wir an um Mittagspause zu machen. Als wir ausstiegen, mussten wir fast die Luft anhalten, so warm war es. In dem kleinen Restaurant war es allerdings angenehm. Danach fuhren wir etwa zwei Stunden auf einer Strasse wo wir auf der ganzen Strecke vielleicht 10 Autos trafen. Nur heruntergekommene Bruchbuden mit Autowracks daneben, nicht gerade wohnlich das Ganze. Zum Joshua Tree National Park ging es wieder in die Berge, d.h. es wurde wieder etwas kuehler und am hoechsten Punkt der Strasse war unser Campground. Ohne Wasser, Strom, aber mit Toiletten. Ausser uns waren noch ein paar Camper da, ansonsten war es abends aussergewoehnlich still. Nur die Grillen zirpten, ansonsten war nichts zu hoeren! Leider war es bewoelkt, so dass wir den Sternenhimmel nicht sehen konnten. Von da oben muss er sehr klar zu sehen sein, ohne Luftverschmutzung! So gut wie in dieser Nacht hatten wir die ganze Zeit noch nicht geschlafen. Morgens wachten wir gerade zum Sonnenaufgang um halb sieben auf - richtig romantisch! Wir fuhren noch zu einem Aussichtspunkt und sahen von dort aus den Andreasgraben mit Palm Springs und einen Riesenwindkraftpark, in einem Durchlass zwischen zwei Gebirgszuegen. Diese Stelle dient als Entlueftung der Gegend von Los Angeles, d.h. der ganze Smog wird hierher verfrachtet und verteilt. Die Gegend hier wirkt ausserordentlich bizarr durch die Joshuatrees, d.h. Yuccabaeumen, und die vielen Kakteenarten. Auch dies hier war wieder ein sehr lohnenswertes Ziel, mit einem ganz anderen Charakter wie bisher. Ueberhaupt war die Reise durch die Nationalparks gepraegt durch die vielen unterschiedlichen Eindruecke von der Natur. Allerdings wird man davon auch manchmal fast erschlagen.
Wir fuhren an dem Morgen noch nach Los Angeles auf einen Campground nicht weit weg von unserer Mietstation. Nachmittags machten wir einen Spaziergang zu einem Einkaufszentrum und in der Mittelklassegegend sahen wir haeufig amerikanische Fahnen an den Haeusern. Allerdings gab es sie aber auch am Strassenrand mit den Namen der gefallenen Soldaten/innen der Gemeinde und mit dem Aufdruck - We thank you for your service to the country. Am naechsten Tag gaben wir dann das Wohnmobil bei Cruise America ab. Unsere Sachen, die wir geschenkt bekamen (Toaster, Weinglaeser, Tischdecke etc.) gaben wir an andere Camper weiter, die gerade ihre Reise antraten.
Am Flughafen in LA mieteten wir uns einen PT Cruiser (Chrysler) mit gerade 5 Meilen - brandnew und fuhren damit in einen Vorort von San Diego wo wir die Familie Berthold besuchen, die schon seit 6 Jahren hier leben. Hier bleiben wir eine Woche, dann geht es weiter nach Costa Rica.